GRETA funktioniert auch von zu Hause

Liebe/r Kinofreund/in,

auch wenn es zur Zeit keine neuen Kinostarts gibt, versuchen wir Ihnen die aktuelle Situation so angenehm wie möglich zu machen, indem wir Ihnen die alternativen barrierefreien Angebote im Fernsehen und unsere neusten DVD/ Blue-Ray Versionen vorstellen.

Außerdem bietet GRETA eine Auswahl von über 500 Filmen, unter anderem von unseren engagierten Verleihern Universal und Disney, in der App an.

Die Schließung der Kinos wird voraussichtlich bis zum 19. April andauern. Bis dahin genießen Sie entspannt von zu Hause Filme, die Sie schon immer mal sehen wollten und nie die Zeit dafür gefunden haben.

Barrierefreie TV Angebote der Woche

Der Medicus
3Sat, Freitag – 27.03.20, 20:15 Uhr
England im 11.Jahrh. – Rob Cole (Tom Payne) hat eine besondere Gabe: Er hat gewisse Vorahnungen. Als Waise und auf sich gestellt, schließt sich der Junge einem fahrenden Bader (Stellan Skarsgard) an, der ihm die Grundlagen der Heilkunde lehrt, er bemerkt jedoch schnell die Grenzen dieser einfachen Praktiken. Er beschließt sich in Persien als Arzt ausbilden zu lassen. Auf der Reise dorthin begegnen ihm Gefahren aller Art und Herausforderungen.

Die Drei Neusten DVD/ Blu-Ray Versionen bei GRETA
Maleficent – Mächte der Finsternis

Angelina Jolie als Maleficent – Prinz Philip hält um Auroras Hand an, doch ihre Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt. Die Hochzeit soll beide Reiche endlich vereinen, doch nicht jeder möchte das zulassen.

A Toy Story – Alles hört auf kein Kommando
Als Woody, Buzz und die anderen Spiel-zeuge mit Bonnie und ihrem Bastelprojekt Forky in den Urlaub fahren, beginnt für sie ein wahnwitziges Abenteuer, auf dem sie nicht eine Reiher schräger Charaktere begegnen. Mehr Info…

Der König der Löwen
Der König der Löwen kehrt eines der bekanntesten Disney Abenteuer zurück. Freuen Sie sich auf die bahnbrechende Neuinterpretation von Erfolgsregisseur Jon Favreau mit fotorealistischen Animationstechniken.

Wir freuen uns über jedes Feedback von Ihnen. Schreiben Sie einfach eine Email an info@gretaundstarks.de.

Liebe Grüße,

Ihr Greta & Starks Team

GRETA & STARKS APPS GmbH
Geschäftsführerin: Seneit Debese
Richard-Ermisch-Straße 13
D – 10247 Berlin
Tel: +49 (0) 30 68 91 97 44
E-Mail: info@gretaundstarks.de

Brailleschrift – DBSV erreicht Aufnahme in das Immaterielle Kulturerbe

Liebe Leserinnen und Leser,

die Aufnahme in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes ist eine Anerkennung von hohem Rang. Seit Freitag gibt es dort nun auf Initiative des DBSV einen Eintrag zur Blindenschrift. Lesen Sie mehr dazu in der folgenden Pressemitteilung, die heute verschickt wurde.

Brailleschrift – DBSV erreicht Aufnahme in das Immaterielle Kulturerbe

Berlin, 15. März 2020. Auf Initiative des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) zählt “Verwendung und Weitergabe der Brailleschrift in Deutschland” ab sofort zum Immateriellen Kulturerbe. Das haben die Kulturministerkonferenz und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien am Freitag bestätigt. Der neue Eintrag auf der Internetseite der Deutschen UNESCO-Kommission würdigt die Brailleschrift, ihre Ausprägung und Geschichte in Deutschland und ihre Bedeutung als Kulturgut der Behindertenselbsthilfe:

https://www.unesco.de/kultur-und-natur/immaterielles-kulturerbe/immaterielles-kulturerbe-deutschland/brailleschrift

“Das ist hochwillkommener Rückenwind für die zahlreichen Initiativen unseres Verbandes zur Förderung der Brailleschrift”, freut sich DBSV-Präsident Klaus Hahn. “Sie ist auch und gerade im digitalen Zeitalter das Fundament für die Bildung blinder Menschen ganz generell und damit für ihre kulturelle und berufliche Teilhabe.”

Die Auszeichnungsveranstaltung und die feierliche Urkundenübergabe finden voraussichtlich Mitte Mai 2020 statt.

Die Brailleschrift wird auch “Blindenschrift” oder “Punktschrift” genannt. Sie wurde 1825 von dem damals 16-jährigen blinden Franzosen Louis Braille erfunden und ist weltweit die Schrift blinder Menschen. Die Buchstaben werden aus Kombinationen von bis zu sechs tastbaren Punkten gebildet.
Quelle: DBSV

Mehr zur Brailleschrift unter http://siljakorn.de/braille-info.shtml

Petition Bahnfahren für alle

Liebe Leserinnen und Leser,

die EU überarbeitet derzeit die Richtlinie für Fahrgastrechte, die unter anderem auch Hilfen für mobilitätseingeschränkte Personen regelt. Darunter fällt beispielsweise auch die Mobilitätsservicezentrale (MSZ) der Deutschen Bahn, die ja sicherlich bekannt ist. Ein drängendes Problem bei der MSZ ist, dass Hilfeleistungen zwei Tage vorher angemeldet werden müssen, wodurch behinderten Menschen keine spontanen Bahnfahrten möglich sind.

Eine Petition der Organisation „We Move Europa“ in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Behindertenforum fordert nun, diese Voranmeldefrist für Hilfeleistungen von zwei Tagen abzuschaffen. Dies ist im Entwurf auch so vorgesehen, einige Mitgliedsländer möchten sie aber beibehalten und setzen den Verhandlungsführer der EU unter Druck, die alte Regelung beizubehalten.

Der ABSV und der DBSV befürworten die Streichung der Anmeldefrist-Regelung und bitten Sie um Mitzeichnung der Petition unter folgender Internetadresse:
act.wemove.eu/campaigns/bahnfahren-fuer-alle
Für die Petition sind 75.000 Unterzeichnungen notwendig, derzeit sind knapp 57.500 zusammengekommen. Ihre Stimme wird also dringend benötigt!

Für die Mitzeichnung der Petition muss Name, Land, Postleitzahl und eine Mailanschrift angegeben werden. Im Anschluss erhält man eine Mail mit einem Link, unter dem man die Mitzeichnung noch einmal bestätigen muss. Im Zuge des Verfahrens kann man auswählen, ob man künftig Informationen über diese und andere Petitionen über einen Newsletter erhalten möchte. Die Mitzeichnung ist nicht abhängig von dem Abonnement des Newsletters.

Quelle: www.absv.de

Einladung zum Seminar – Digitale Alltagshelfer

Hallo ihr lieben,
heute möchten wir euch das aktuelle Rundschreiben des DBSV mit der Einladung zum Seminar „Digitale Alltagshelfer“ vom 17. Bis 19. April 2020 in Potsdam senden.
Ob wir im ÖPNV unterwegs sind, Kleidung oder Paprika nach Farbe unterscheiden, einkaufen, Post oder Bücher lesen, für alles gibt es Apps, die uns diese Tätigkeiten erleichtern oder sogar erst ermöglichen.
Welche Apps für welche Tätigkeiten geeignet sind und wie man sie am besten einsetzt, zeigt Euch der DBSV-Jugendclub im Seminar “Digitale Alltagshelfer”.
Ihr könnt die Apps angeleitet ausprobieren, zum Beispiel wenn wir eine Kreuzung ohne Akustikampel überqueren und einkaufen gehen. Auch eine OrCam wird zum Ausprobieren vor Ort sein.
Infos und Anmeldung
Ort: Jugendherberge Potsdam – Haus der Jugend, Schulstraße 9, 14482 Potsdam
Teilnahmebeitrag: 30,00 €, darin enthalten sind Übernachtung mit Vollpension, Seminarprogramm und Materialien. Die Unterbringung erfolgt in Mehrbettzimmern mit eigenem Bad.
Für weitere Infos und für die Anmeldung nutzt bitte die Ausschreibung Jugendseminar “Digitale Alltagshelfer”
Bei Interesse richten Sie Ihre Anmeldung bitte bis zum 17.02.2020 per E-Mail, Post oder Fax an:
Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.
Annika Dipp
Rungestr. 19, 10179 Berlin
E-Mail: a.dipp@dbsv.org, Fax: 030-285387-273.

Viele Grüße
Andi von der BBSB Jugend

Breite Sportauswahl beim EBU-Cup

Liebe Bloggemeinde,

der 21. EBU-Cup vom 29.8. bis 6.9.2020 im “Sporthotel Bernrieder Hof” in Bernried (Niederbayern) verspricht wieder Breitensport im weitesten Sinn: Neben Kegeln, Schwimmen und Tischball stehen Schießen und Schach, Skat und Kniffeln zur Auswahl. Teilnahmeberechtigt sind blinde und sehbehinderte Menschen aus dem In- und Ausland sowie deren Begleiter. Informationen geben Jutta und Hugo Ueberberg,
E-Mail: ebu-cup@web.de, Telefon 0228 / 36 97 81 89.
Anmeldungen sind bis Ende Juni möglich.

Hedda Gabler mit Audiodeskription im Volkstheater München

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Münchner Volkkstheater präsentiert am Sonntag, 02.02.2020, wieder ein
besonderes Highlight:
“Hedda Gabler” von Henrik Ibsen mit Live Audiodeskription für blinde und sehbehinderte Menschen.

Zum Inhalt:
Einmal in meinem Leben will ich Macht besitzen über das Schicksal eines
anderen Menschen.” Hedda Gabler. Die Geschichte einer Frau, welche keinen
anderen Ausweg aus ihrem selbst geschaffenen goldenen Käfig findet als den
Freitod.

Als Generalstochter in ihrer von Männern und bürgerlichen Prinzipien
geprägten Welt wird sie so sehr von der Angst vor dem sozialen Abstieg
beherrscht, dass sie sich entgegen ihrer Gefühle für die vermeintliche
Sicherheit der Ehe mit Jörgen Tesman entscheidet. Jörgen Tesman, ein
aufstrebender Historiker, rechnet fest mit seiner anstehenden Professur.
In einem Anflug aus Euphorie und um seiner anspruchsvollen Frau etwas
bieten zu können, hat er sich Geld geliehen und ihnen ein prunkvolles
Zuhause errichtet. Kaum kommen die beiden ernüchtert aus den Flitterwochen
wieder, erreichen sie unerwartete Neuigkeiten. In ihrer Abwesenheit ist
Eilat Lövborg, ein ehemaliger Verehrer Heddas und Kollege von Tesman,
zurück in die Stadt gekommen. Mit Hilfe Thea Elvstedts hat er nicht nur
seinen Alkoholismus überwunden und so seinen guten Namen wieder
hergestellt, sondern auch soeben ein Aufsehen erregendes
kulturgeschichtliches Buch geschrieben, dessen visionärer zweiter Teil
kurz vor der Veröffentlichung steht.

Heddas Lebensplan fällt wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Ihre
Sicherheiten schwanken, Tesman ist verschuldet, seine Professur steht
durch den Auftritt Lövborgs auf der Kippe, und Hedda erkennt durch das
Auftauchen Lövborgs ihre Feigheit nicht nach ihren Gefühlen gehandelt zu
haben. Ihre Möglichkeit auf ein “wahres Leben” scheint somit vertan.
Geführt von Eifersucht und Verzweiflung hintergeht Hedda ihren Ehemann,
vernichtet die Verbindung zwischen Fräulein Elvstedt und Lövborg, treibt
Lövborg zurück in den Alkoholismus, verbrennt sein noch nicht
veröffentlichtes visionäres Manuskript und bringt ihn zuletzt zum
Selbstmord “in Schönheit”. Voller Hass reißt sie ihren Mitmenschen die
Masken von den Gesichtern, um ihre existenzielle Leere zu füllen. Doch ihr
Amoklauf bringt ihr nur kurzweilige Genugtuung. Sie fällt zurück in ihre
Lethargie und die Macht, die sie über andere besitzen wollte, resultiert
in ihrer eigenen Ohnmacht.

Dauer des Stücks ca. 100 Minuten ohne Pause.
Das Stück wird mit einer live eingesprochenen Audiodeskription gezeigt. Dies ermöglicht blinden und sehbehinderten Besuchern einen absolut barrierefreien Theaterabend. Die Übertragung der Audiodeskription erfolgt durch Kopfhörer, die Ihnen im Foyer gegen Abgabe eines kleinen Pfands ausgehändigt werden.
Bitte bringen Sie auf alle Fälle Ihren Schwerbehindertenausweis mit.

Das Volkstheater erreichen Sie u.a. mit der U-Bahnlinie U1, Haltestelle
Stiglmaierplatz.

Preise:
bis 99% Behinderung gibt es 50% Ermäßigung; bei 100% Behinderung ist der
Eintritt kostenlos.
Begleitpersonen (bei Bl im Ausweis) erhalten 50% Ermäßigung.
Reservierungen unter Telefon: 0 89 5 23 46 55
Montag bis Freitag 11-18 Uhr und Samstag 11-14 Uhr.
Für Blinde, Sehbehinderte und ihre Begleiter sind 20 Karten geblockt.
Folgende Angaben werden benötigt:
Sind Sie blind oder sehend?
Benötigen Sie einen Kopfhörer?
Auch sehende Begleiter haben die Chance, diesen auszuprobieren.
Bringen Sie einen Führhund mit?
Kommen Sie ohne Begleitung und benötigen eine Abholung an S- oder U-bahn? Für die Organisation von Begleitpersonen steht Ihnen auch Sascha Schulze unter:
Telefon 01 72 8 14 26 80 oder per E-Mail: sascha.schulze@bbsb.org zur Verfügung.

Ein wichtiger Hinweis für alle Führhundhalter:
Beim Theater gibt es eine Lösemöglichkeit, eine kleine Grünfläche, für Ihren Vierbeiner.

Es ist unbedingt erforderlich, dass Sie spätestens um 19:00 Uhr im Volkstheater sind, damit alle Besucher, die einen Kopfhörer benötigen, diesen vorher erhalten können.
Schon kurz vor Beginn des Stücks werden Ihnen wesentliche Informationen, sowie die wichtigsten Personen live über Ihren Kopfhörer beschrieben.
Das Stück beginnt um 19:30 Uhr.

Den Text der Beschreibung erstellten: Elisabeth Regenhard Sascha Schulze und
Rolf Kaiser, langjährige Filmbeschreiber. Live eingesprochen wird die
Audiodeskription für Sie von Elisabeth Regenhard. Rolf Kaiser ist außerdem
Verantwortlich für Koordination und Pressearbeit.

LHON – eine Diagnose, die das Leben verändert

Broschüre erschienen “Nach vorne sehen – LHON – Wissenswertes und Erfahrungen bei Leberscher heriditärer Optikusneuropathie

PRESSEMITTEILUNG
21. Januar 2020

LHON – eine Diagnose, die das Leben verändert
Neue PRO RETINA-Broschüre informiert und stellt Erfahrungen Betroffener vor

Anton B. bekam Sehprobleme, als er zehn Jahre alt war. Aus dem Nichts heraus konnte er die Zahlen in seinem Mathematikbuch nicht mehr erkennen. Einige Zeit lang kamen und gingen diese Probleme auf dem linken Auge. Aber seine Ungeschicklichkeiten nahmen zu. Der Gang zum Augenarzt wurde unvermeidlich. Die niederschmetternde Diagnose Lebersche heriditäre Optikusneuropathie (LHON) traf dann in seiner Familie nicht nur ihn, sondern auch seinen Onkel.

Bonn – LHON trifft überwiegend junge Männer wie Anton B. und ist vererbbar. 30.000 bis 50.000 Menschen sind in Deutschland nach Schätzungen betroffen; jährlich kommen hierzulande ungefähr 40 Neuerkrankungen hinzu. Weltweit leiden etwa 200.000 Menschen an der seltenen Erkrankung, die durch eine Mutation eines speziellen Abschnitts der mitochondrialen DNA (mtDNA) hervorgerufen wird.

Wie bei Anton B. treten die Sehprobleme plötzlich auf und können innerhalb weniger Wochen bei beiden Augen hochgradigen Sehverlust entwickeln. Am Ende, nach rund drei Monaten, verbleiben meist weniger als zehn Prozent der Sehkraft. Nur in einigen, aber eher seltenen Fällen, kann es auch zu einem spontanen Wiedererlangen des Sehvermögens kommen.

Anton B. berichtet in der Broschüre „Look forward“, 2017 herausgegeben von der schwedischen Förderorganisation „Eye Society“ über seinen Weg mit der Erkrankung und den Hilfen, die das Leben erleichtern können. Das Buch informiert über die Ursachen und die Vererbung der Krankheit sowie über den Forschungsstand der Erkrankung. Personen mit LHON und ihre Familienangehörigen beschreiben, wie sie auf die Diagnose reagiert haben. Es werden konkrete Tipps vorgestellt, die dabei helfen, die Erkrankung LHON zu bewältigen.

Die Patientenbroschüre „Look forward“ wurde von PRO RETINA Deutschland jetzt aus dem Schwedischen übersetzt und kann unter dem Titel „Nach vorne sehen! LHON – Informationen zur Leberschen heriditären Optikusneuropathie (LHON)“ kostenlos angefordert werden. Sie gibt vor allem Betroffenen, bei denen der Augenarzt die seltene Augenerkrankung festgestellt hat, wertvolle Informationen zur ersten Orientierung.

Eine barrierefreie Fassung steht PRO RETINA-Mitgliedern auf der Homepage zur Verfügung unter www.pro-retina.de

Nach vorne sehen! LHON – Informationen zur Leberschen heriditären Optikusneuropathie (LHON), 76 Seiten, Autor: Krister Inde, Herausgeber der Übersetzung aus dem Schwedischen: PRO RETINA Deutschland e. V., Bonn, kostenlos zu beziehen über (022 227 217-0 und info@pro-retina.de

Pressekontakt:
PRO RETINA Deutschland e. V.
Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegenerationen

Ines Nowack
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kaiserstr. 1c
53113 Bonn

BR-Hörfilme: Aktuelle Terminliste bis 21. Februar

liebe Hörfilmfreunde,

anbei die Filme mit Audiodeskription bis Mitte Februar. Im Mittelpunkt stehen natürlich wie jedes Jahr um diese Zeit unsere Faschingsübertragungen mit Live-AD, am 24.1. geht’s los, die “Fastnacht aus Franken” als Höhepunkt folgt am 14. und 15.2. Außerdem gibt es am 26.1. einen neuen Fall für die Münchner Tatort-Kommissare, Titel “Unklare Lage”: In einem Bus fallen tödliche Schüsse, auch der Täter wird erschossen. Einiges weist auf einen Komplizen hin. Auf sozialen Plattformen verbreiten sich blitzschnell Gerüchte. Die Lage ist unklar, die Bevölkerung aufgeschreckt. Eine atemlose Hetzjagd durch die Stadt beginnt.

Gute Unterhaltung mit unseren Hörfilmen!

Hier die Hörfilmliste als .doc

Bernd Benecke, Elmar Dosch und Haide Völz
Ressort Wissen und Bildung
Barrierefreie Angebote: Hörfilm/Audiodeskription
Telefon +49 89 5900-26027

Die Audiobrille für Hörgeschädigte

Liebe Bloggemeinde

Man nennt es den Cocktailparty-Effekt: Menschen mit gesundem Gehör sind problemlos in der Lage, sich auch in Umgebungen mit vielen gleichzeitig redenden Personen auf ihren Gesprächspartner zu konzentrieren. Dazu unterdrückt das Gehirn andere Schallquellen automatisch und die wichtigen Schallanteile werden zwei- bis dreifach so laut wahrgenommen.

Bislang stellt die korrekte Fokussierung die Tonaufnahmetechnik vor Probleme. So lassen sich Schallquellen nur mit räumlich getrennten Mikrofonen annähernd sauber separieren. Deshalb können Menschen mit Hörgeräten in bestimmten Umgebungen nur mit großen Schwierigkeiten und ernormer Konzentration kommunizieren – die Geräte sind schließlich auch nur normale Mikrofone.

Das israelische Unternehmen Orcam, das bereits eine Vorlesebrille für Sehgeschädigte produziert, zeigte auf der CES 2020 in Las Vegas mit dem Hear erstmals eine Lösung für dieses Problem. Eine winzige Kamera, die um den Hals getragen werden kann, nimmt das Gegenüber auf und verarbeitet die Bilder in Echtzeit per Gesichtserkennungs-KI. Die Software versucht dann, durch Lippenlesen und die Interpretation von Gesten den aktuellen Gesprächspartner zu ermitteln und verstärkt lediglich dessen Schall.

Über Bluetooth wird eine Verbindung zum Hörgerät aufgebaut, um den Ton zu übertragen. Das Hear ist dabei nur ein Zusatzgerät, das in bestimmten Situationen die vorhandenen Hörhilfe unterstützt. Das Gerät arbeitet offline und ein Firmenvertreter von Orcam versicherte uns, dass es keinerlei internen Speicher besitze, aus dem Daten ausgelesen werden könnten. Da Deutschland nach den USA den zweitgrößten Markt für das Unternehmen darstelle, sei man daran interessiert, das Hear noch in diesem Jahr in den Handel zu bringen. Einen Preis konnte uns Orcam noch nicht nennen, da man sich zur Zeit in Gespräch mit Hörgeräteherstellern und Versicherungen befinde.

Orcam wurde 2010 von den Gründern des Fahrassistenz-Startups Mobileye ins Leben gerufen. Intel kaufte Mobileye im Jahr 2017 für über 15 Milliarden US-Dollar.

Quelle: Golem.de

Barrierefrei Posten in den sozialen Medien

Liebe Bloggemeinde,

Soziale Medien sind nicht barrierefrei.
Die Initiative „Barrierefrei Posten“ kämpft dafür, dass sich das ändert.
Von Sophie Aschenbrenner

Instagram ist für viele Menschen zur aktivistischen Plattform geworden.
In ihren Storys teilen die Nutzerinnen und Nutzer Links zu Petitionen und machen auf Diskriminierungen aufmerksam. Aber was, wenn auch diese Posts diskriminierend sind? Nicht jeder und jede kann Bilder sehen und den Ton von Videos hören. Blinde und gehörlose Menschen können zwar mit technischen Hilfsmitteln Posts und Videos verstehen – doch dafür müssen die Inhalte einige Voraussetzungen erfüllen. Ist ein Bild zum Beispiel nicht beschrieben, kann keine Sprachausgabe der Welt seinen Inhalt erfassen und vorlesen. Die Initiative „Barrierefrei Posten“ kämpft dafür, dass sich das ändert.
Die Gruppe besteht zu gleichen Teilen aus Menschen mit und ohne Behinderung. Dazu gehören unter anderem die Aktivistin Natalie Dedreux, die taube Studierende Clara Belz und Heiko Kunert, Geschäftsführer des
Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg. Seit fast zwölf Jahren ist der Blogger, der selbst blind ist, in den sozialen Medien aktiv.

„Viele Leute haben Angst, dass das alles viel zu aufwendig sei“ „Social Media hat enormes Potenzial für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung“, sagt Heiko Kunert gegenüber jetzt. „Wir können uns dort auf Augenhöhe mit Menschen ohne Behinderung austauschen. Ich kann mich dort ebenso informieren wie sehende Menschen das tun.“ Die einzige Voraussetzung ist dabei aber ausschlaggebend: Die Posts müssen eben barrierefrei sein – und das sind sie oft nicht.
„Viele Leute sind für das Thema nicht sensibilisiert. Oder sie haben Angst, dass das alles viel zu aufwendig sei.“

Insgesamt sei es für nicht sehende Menschen problematisch, dass die sozialen Medien immer visueller werden, sagt Heiko Kunert. Denn das grenze Menschen mit Sehbehinderung aus. „Wenn ich meine Twitter-Timeline durchscrolle, finde ich oft zehn Posts hintereinander mit Bildern, die nicht beschrieben sind. So bleiben mir die Witzchen oder die inhaltlichen Aussagen verborgen. Dann fühle ich mich tatsächlich ausgegrenzt und bin genervt“, erzählt Heiko Kunert. „Ich glaube, dass Barrierefreiheit in sozialen Medien noch zu wenig Beachtung findet“, meint auch Isabel Rink, Geschäftsführerin der Forschungsstelle Leichte Sprache an der Uni Hildesheim und ebenfalls Teil von „Barrierefrei Posten“.

Auf ihrem Instagram-Kanal teilt die Initiative viele Tipps für mehr Inklusion in den sozialen Medien:

„Die Bildbeschreibungen auf Twitter, Instagram und Facebook kann wirklich jeder nutzen“, sagt Heiko Kunert. „Die Beschreibungen liest mir dann meine Sprachausgabe am Smartphone und am Computer vor. So weiß ich, was auf euren Fotos zu sehen ist.“ Das ist essentiell für die Teilhabe an dem, was auf Instagram, aber auch auf Twitter und Facebook passiert.
Derzeit verwenden nur wenige Social-Media-Nutzende die Funktion auch wirklich. Zwar ändere sich langsam etwas, sagt Heiko, aber eben sehr
langsam: „Gerade, wenn Leute oder Accounts von blinden Menschen darauf aufmerksam gemacht werden, fangen einige damit an. Aber dennoch sind Bildbeschreibungen immer noch die ganz große Ausnahme.“ Um leichter erkennbar zu machen, dass ein Text eine Bildbeschreibung hat, gibt die Initiative folgenden Tipp: „Markiere deinen Tweet mit #B oder !B. So wissen auch sehende Nutzerinnen und Nutzer: Dein Tweet hat eine Bildbeschreibung.“

Videos
Auch Videos können relativ einfach barrierefreier werden. Zum einen hilft es, wirklich jedes Video zu untertiteln. So können gehörlose Menschen die Dialoge verfolgen, Sprachcomputer können blinden Menschen das Gesprochene vorlesen. Außerdem ist es möglich, eine sogenannte Audiodeskription zu erstellen. Dabei wird auf einem optionalen Tonkanal in den Dialogpausen das Wichtigste der rein visuellen Handlung beschrieben. „Das ist aber recht aufwendig und für Privataccounts schwer umzusetzen“, sagt Heiko. Er schlägt stattdessen vor, die wichtigsten rein visuellen Elemente entweder im Ton des Videos selbst zu beschreiben, oder im zugehörigen Text, zum Beispiel bei einem Instagram-Post.

Leichte Sprache
Insgesamt empfiehlt der Verein, in den sozialen Medien leichte Sprache zu verwenden. Bedeutet: Kurze Sätze mit acht bis zehn Wörtern und so wenig Fremdwörter wie möglich. Von leichter Sprache profitieren zum Beispiel Menschen, deren Lesefähigkeit wegen einer Behinderung eingeschränkt ist, Menschen mit Lernschwierigkeiten, Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder Menschen, die nicht so gut Deutsch sprechen. Lange Wörter wie zum Beispiel „Fahrgastrechteformular“ können auch mit einem sogenannten Mediopunkt getrennt und so übersichtlicher gestaltet
werden: „Fahr•gast•rechte•formular“ steht dann da. Problematisch kann für nicht sehende Menschen auch gegenderte Sprache sein. Die Sprachausgabe liest zum Beispiel „Mitarbeiter*innen“ so vor:
„Mitarbeiter Stern innen“. Ein Dilemma für diejenigen, die niemanden ausschließen wollen? „Ich selbst habe mich daran gewöhnt und finde das keine Barriere im eigentlichen Sinne. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband empfiehlt trotzdem, wenn möglich lieber Formulierungen wie ,Mitarbeitende‘ zu verwenden“, sagt Heiko.

Insgesamt, sagt Isabel Rink von der Forschungsstelle Leichte Sprache, sollte man sich der eigenen Zielgruppe immer bewusst sein. Nutzt man einen Kanal privat und kennt die Community, die die eigenen Inhalte wahrnimmt? Oder ist man nicht als Privatperson unterwegs und muss sich deshalb besondere Gedanken darüber machen, was und wie man postet?
Wichtig sei es „Barrierefrei Posten“, nicht belehrend zu kommunizieren, sondern gemeinsam mit den Userinnen und Usern zu lernen, betont Laura Schwengber, Ideengeberin der Initiative: „Wir wissen nicht alles, aber wir arbeiten daran.“ Wichtig sei es ihnen, gemeinsam mit den Nutzerinnen und Nutzern zu lernen – und so die sozialen Medien Stück für Stück inklusiver zu machen.

Der obige Artikel wurde entnommen aus:

https://www.jetzt.de/digital/barrierefrei-posten-in-den-sozialen-medien