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Besuch in der CIP Europa-Kita Theo Tintenklecks

Am Freitag den 12.10.2018 vormittags besuchte ich gemeinsam mit meinem Mann und Herrn Helias die CIP Europa Kita Theo Tintenklecks in der Mierendorffstraße im Rahmen der "Aktion Augenlicht" dessen Botschafterin ich bin, weil mir Kinder sehr am Herzen liegen.

Beim Gespräch in der CIP Europa Kita Theo Tintenklecks berichtete ich den Kindern, wie ich mein Leben bewältige, welche Hilfsmittel ich im Alltag nutze – und welche ganz besondere Beziehung ich zu Theo Tintenklecks hege.
Die Kinder waren schon sehr aufgeregt und warteten geduldig auf meinen Besuch.
Sie saßen schon in einem Kreis in ihrer Spielecke. Beim auspacken meines Rucksackes, wo ich Utensilien als Anschauungsmaterial für diesen Besuch mitgebracht hatte, halfen sie mir eifrig sie zu entpacken.
Ich setzte mich zu ihnen in den Sitzkreis und las Ihnen etwas aus dem Kinderbuch: "Wie Mama mit der Nase sieht!" vor.
Dabei erfuhr ich, das die Kinder das Kinderbuch schon kannten, daß sie einen
Film über mich gesehen haben und daß sie einige Fragen mit Ihrem Erzieher
zusammengestellt hatten.
Wie können blinde Menschen das Geld unterscheiden und wie machen sie es dann?


Ich hatte auch den Geldtester mit dabei. Damit zeigte ich ihnen, wie ich z. b. feststelle, was für einen Geldschein ich momentan in der Hand halte. Darüber waren sie so fasziniert, daß ich nur den Schein richtig in den Tester stecken und ihn über die Rückseite des Testers legen muß um dann dort ablesen zu können, um welchem Geldschein es sich da handelt. Ich zeigte ihnen das dort Braillemakierungen sind, die so angeordnet sind, wie groß jeder einzelne Schein ist. Wenn ich nicht darauf achtgebe daß der Schein richtig im Tester ausgerichtet wird, kann es sein, daß ich etwas falsches ermittele und es würde dann ganz fatale Folgen für mich haben. Wenn derjenige dem ich den Geldschein reiche, um meinen Einkauf zu bezahlen, nicht ehrlich ist. Mir würde bald sehr viel Geld fehlen.

Als ich die mitgebrachten Utensilien weiter vorstellte, kamen die Fragen immer freier raus ans Tageslicht. Ganz besonders fanden sie die Braille Stenomaschine. Am liebsten hätten sie es gehabt, daß ich von allen ihre Namen damit schreibe. Ich schrieb Namen, der Kinder und meinen und habe diese in den Kreis rumgereicht.
Um alle Namen zu schreiben hatte ich leider nicht genügend Zeit. Das hätte den Rahmen gesprengt.

Sie haben versucht mit ihren Fingern die Braillepunkte zu erfühlen.


Dabei erzählten sie mir, daß sie ihren Namen in Braille schon geschrieben haben, doch nicht zum ertasten, weil sie ja nicht solch eine Maschine hätten, so eine wie ich besitze.
Sie waren sehr stolz auf ihr gemaltes Ergebnis.
Erstaunt waren sie darüber, daß wir Blinden auch Brett- und Kartenspiele spielen. Sie hätten am liebsten gleich mit mir Mensch–ärgere dich nicht gespielt.

Verblüfft waren sie darüber, daß mein Spielplan und dessen Spielfiguren so ganz anders aussehen als deren Spiel. Das dort lauter Pünktchen zu fühlen sind und das die Köpfe der 4 Spielfiguren alle unterschiedlich sind.
Ich erklärte ihnen, daß die Pünktchen auf dem Spielplan sehr wichtig für mich sind. Das ich mich dadurch auf dem Spielplan gut zurecht finden kann und das auch noch kleine Löcher, die im Spielbrett sind, mir zusätzlich helfen, daß ich die Steine, wenn ich sie mit meinen Fingern berühre, nicht gleich umwerfe.
Die unterschiedlichen Köpfe bei den Figuren z. b. gelb dadurch, das der Kopf oberhalb eingekerbt ist zeigt mir an, um welche Farbe es sich handelt. Da ich sonst diese nicht unterscheiden könnte, wenn sie nicht so gestaltet wären. Weil ich die Farben ja nicht sehen kann.

Die Mädchen waren über meinen speziellen Spielewürfel hoch begeistert. Sie meinten, er würde glitzern. Die erhabenen Punkte, die anzeigen, wie viel man gewürfelt hat, sind kleine metallische Nagelköpfe die gut zu ertasten sind. Die werden wohl die gewesen sein die glitzerten.

Weiter berichtete ich ihnen, daß blinde auch Fußball spielen können.


Dazu hatte ich einen weichen Klingelball mitgebracht. Der wurde auch gleich in Beschlag genommen. Sie haben mich dann noch gefragt, wie ich als Blinde Bilder male und Farben unterscheiden kann, wenn ich sie ja nicht sehen kann?

Dazu hatte ich ein fertiges gemaltes Bild und mein Farberkennungsgerät dabei. Ich demonstrierte ihnen wie ich auf einer Leinwand beginne zu malen und wie ich mit einem Pinsel auf der Leinwand hantiere und vorgehe.

Danach habe ich mit dem Farberkennungsgerät rundum, im Kreis die Farben der Kleidungsstücke der Kinder ermittelt. Darüber waren sie sehr begeistert aber auch erstaunt, das das Farberkennungsgerät nicht immer so zuverlässig die Farben ermitteln konnte. Z. b. bei weiss hat es gesagt, blaßgrau.

Wie ich mit meinem Stock gehe, wollten sie auch noch wissen und ihn unbedingt auch anfassen.

Wir hatten gemeinsam viel Spaß, Freude und es wurde viel gelacht! Ich war so
begeistert und angetan von den Kindern wie schnell sie mit mir ohne Schwierigkeiten in Kontakt traten und wie interessiert und aufmerksam sie waren, sodass ich mich gleich für das nächste Jahr für einen weiteren Besuch angekündigt habe.
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