Aus dem atz-Infopool – Respektvolle Begegnungen

Liebe Leser,

vorurteilsfreie Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung werden nur durch erweiterte Anstrengungen zur Bewusstseinsbildung (Art. 8 der UN_Behindertenrechtskonvention) alltäglich. Prof. Kurt Jacobs hat sich als Hochschullehrer über Jahrzehnte der Rehabilitation von Menschen mit Behinderung gewidmet. Gemeinsam mit drei Co-Autoren gibt er jetzt in seinem Buch “Respektvolle Begegnungen” viele beispielhafte Hinweise, wie der Umgang zwischen Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen und ihrer Umwelt frei von Verletzungen und Peinlichkeiten gestaltet werden kann (gut vier Stunden, Preis: 10,00 EURO). Zu beziehen bei atz Hörmedien für Sehbehinderte und Blinde e.V.: atz@blindenzeitung.de.

Tabellenkalkulation mit Excel – Einwöchiger Einführungskurs

Liebe Leser,

wer als blinder Mensch beruflich, privat oder im Ehrenamt mit Microsofts Tabellenkalkulationsprogramm Excel arbeiten will oder muss, kann den Umgang damit in einem Seminar von “Bildung ohne Barrieren” (BoB) erlernen. Es findet vom 28. Mai bis zum 3. Juni 2017 im Aura-Hotel Saulgrub statt. Für genauere Informationen erreicht man BoB per
E-Mail: info@bildung-ohne-barrieren.de oder Telefon/FAX 07844-911502

Hörzeitungen online im Daisy-Player

Liebe Leser,

blinde Menschen können viele Hörzeitungen jetzt noch einfacher und schneller erhalten. atz Hörmedien für Sehbehinderte und Blinde hat einen Daisy-Online-Service eingerichtet, der diesen zusätzlichen Vertriebsweg öffnet. Mit online-fähigen Daisy-Playern erscheinen die abonnierten Zeitschriften sofort nach Veröffentlichung im persönlichen Bücherregal der einzelnen Abonnenten. Für die Besitzer geeigneter Daisy-Wiedergabegeräte erschließen sich damit viele neue Inhalte. Knapp 200 Hörzeitungen und -zeitschriften in Deutschland verzeichnet die atz-Hörzeitungsauskunft (im Internet unter
http://auskunft.blindenzeitung.de). Davon wird jede dritte nun auch mit dem neuen Dienst erreichbar, über den bislang erst einige Hörbüchereien verfügten.
Informationen unter E-Mail: atz@blindenzeitung.de oder Telefon 05531 / 7153.

Informations- und Orientierungskurs für erwerbslose Frauen

Liebe Leser,

am Donnerstag, den 23. Februar beginnt im Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V. wieder ein Informations- und Orientierungskurs für erwerbslose Frauen. Der Berufsorientierungskurs wendet sich an Frauen, die einen (Wieder)-Einstieg in das Berufsleben planen und/oder ihre Lebenssituation neu gestalten wollen.
Auf dem Programm stehen Vorbereitung der Arbeitsplatzsuche, Umschulungsmöglichkeiten und deren Finanzierung, berufliche Fort- und Weiterbildung, Rhetorik, Bewerbungstraining, Computertraining usw.
Angesprochen sind Frauen mit und ohne Berufsausbildung, die Interesse haben, gemeinsam mit anderen Frauen zu lernen, Neues zu erfahren, sich gegenseitig Mut zu machen und zu stärken.

Am Kurs interessierte Frauen sind herzlich eingeladen zur Informationsveranstaltung am Donnerstag, 9. Februar 2016, um 10.00 Uhr in das Nachbarschaftshaus Friedenau, Holsteinische Str. 30 (Ecke Fregestr.) 12161 Berlin.
Der Kurs wird gefördert von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen und dem Europäischen Sozialfonds. Der Eigenanteil beträgt 35.- €. Ermäßigungen sind im Einzelfall möglich.

KURSZEITEN: 23. Februar – 16. Juni 2017 jeweils Montag und Donnerstag von 9 -13 Uhr
KURSLEITUNG: Marianne Konermann (Dipl. Pädagogin, Supervisorin), Christiane Pods (Germanistin und Gestaltpädagogin)
VERANSTALTUNGSORT: Nachbarschaftshaus Friedenau, Holsteinische Str. 30, 12161 Berlin
ANMELDUNG UND INFORMATION: Nachbarschaftsheim Schöneberg
Mo – Fr von 10 bis 14 Uhr
Tel. : 85 99 51 62
marianne.konermann@nbhs.de

Hahnenkamm-Rennen als App

Liebe Leser,

AUDIO2 Wien-Hamburg hat eine App speziell für blinde und sehbehinderte Sportfans entwickelt. Mit dieser App können Sie die Audiodeskription der Hahnenkamm-Rennen live aus Kitzbühel verfolgen. Ebenso steht ihnen zusätzlich der englische Kommentar oder der Platzsprecher zur Verfügung.

Die App können Sie hier laden:
Für das Apple iPhone:
https://itunes.apple.com/de/app/hahnenkamm-audio/id1184930051
Telephone mit Android Betriebsystem:
https://play.google.com/store/apps/details?id=at.soap.hahnenkamm

Folgende Rennen werden mit Live-Audiodeskription und mit englischem Kommentar
gestreamt:
18.1.2017 11:30 Uhr Training Abfahrt
19.1.2017 11:30 Uhr HAHNENKAMM SUPER-G
20.1.2017 11:30 Uhr HAHNENKAMM ABFAHRT
21.1.2017 10:15 Uhr HAHNENKAMM SLALOM 1. & 2. Lauf

Viel Spaß beim Ausprobieren.

Ihr Feedback können sie dem Entwickler mitteilen.
Kontaktdaten:
Michael Kastelic
AUDIO2 Wien-Hamburg
DATAMATIX Datensysteme GmbH
Ruhrstrasse 6B
D-22761 Hamburg
Telefon: 0 40 – 35 73 07 02
Mailto:m.kastelic@audio2.de
Internet: http://www.audio2.de

BR-Hörfilme – Aktuelle Terminliste bis 24.2.

Liebe Hörfilmfreunde,

anbei die Termine bis Mitte/Ende Februar. Wir freuen uns kurzfristig noch eine neue Folge der Reihe “Lebenslinien” mit Audiodeskription anbieten zu können. Am kommenden Montag um 21 Uhr geht es unter dem Titel “Und plötzlich Politik” um Verena Bentele, die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, die ja selbst blind ist. Ein Trailer (ohne AD) findet sich unter
http://br.de/s/2cBjyfy

Ansonsten warten gleich vier neue Naturdokus am Sonntagnachmittag und auch wieder Montagabend, über Rhön, Zugspitze, Kalkalpen und ein Tier mit dem schönen Namen Punkvogel. Und schon heute Abend gibt es die Qual der Wahl zwischen der Komödie “Die Diva, Thailand und wir” im Ersten und dem Drama “Phoenix” bei arte!
Hier die Hörfilmliste als .doc

Viel Spaß mit unseren Hörfilmen und alles Gute zum neuen Jahr!
Bernd Benecke, Elmar Dosch und Haide Völz

Ressort Wissen und Bildung
Barrierefreie Angebote: Hörfilm/Audiodeskription
Telefon +49 89 5900-26027

Blind vor gut

Liebe Bloggemeinde,

diese Info gefällt mir echt gut.
Maltesers hat in London ein Plakat in Blindenschrift geschrieben. An einer Busstation hat die Agentur AMV BBDO das Plakat mit künstlichen Maltesers-Kugeln aufgehängt. Am 4. Januar, dem internationalen Tag der Blindenschrift. Bis auf die abgebildete Maltesers-Packung keine optische Erklärung für Sehende. Sondern in purer Gleichberechtigung: Im Plakat war ein Audio-Chip integriert, der Neugierige für die Übersetzung auf die Facebook-Seite des Unternehmens schickte. Dort die Auflösung: «Ich habe einmal einen sehr schnellen Bus erwischt. Es hat sich herausgestellt, dass es ein Feuerwehrauto war.
Weiterlesen hier:
http://www.werbewoche.ch/zu-guter-letzt/2017-01-10/blind-vor-gut

Digitale Bildung für sehbehinderte Menschen

Liebe Bloggemeinde,

Samuel Ensenberger studiert Soziale Arbeit an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt und führt im Rahmen seiner Bachelorarbeit eine Befragung zum Thema „Digitale Bildungsangebote für sehbehinderte Menschen“ durch. Er bittet sie, die nachfolgenden Fragen zu den Themenbereichen Internetnutzung, Lernverhalten und Gerätenutzung zu beantworten.

Für die Teilnahme an der Umfrage klicken sie bitte auf diesen Link:
http://www.unipark.de/uc/digitalebildung
Dieser führt direkt zur Online-Umfrage auf dem Portal Unipark. Dort findet sich ein digitaler Fragebogen der online bearbeitet werden kann.

Es handelt sich um insgesamt 11 Fragen. Die zeitliche Dauer dieser Erhebung ist sehr individuell und hängt stark von der jeweiligen Sehbehinderung ab.

Bitte beantworten Sie den Fragebogen online bis zum 20.01.2017
Selbstverständlich werden die Daten anonymisiert behandelt und ausgewertet.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Samuel Ensenberger

Greta&Starks – Januar 2017

Liebe(r) Greta- AnwenderIn,

wir wollen mit dir im neuen Kino-Jahr so richtig durchstarten und haben dafür diese Woche schon zwei top Filmstarts. The Great Wall kommt in die Kinos und hat neben vielen Superstars in der Besetzung auch richtig viel Action zu bieten. Außerdem startet Die Blumen von gestern, der ebenfalls mit einer hochkarätigen Besetzung glänzt und die Frage behandelt: Was passiert, wenn der Holocaust von Leuten erforscht wird, die auf unvereinbare Weise getrennt und dennoch ineinander verliebt sind? Viel Spaß!

Aktuell im Kino: The Great Wall, Die Blumen von gestern, Nocturnal Animals, Eine schöne Bescherung, Vier gegen die Bank, Rogue One – A Star Wars Story, Vaiana, Paula, Sing, Robbie, Tobbi und das Fliewatüüt, Radio Heimat, Jeder stirbt für sich alleine, Tini – Violettas Zukunft, Dr. Strange, u.v.m.

Demnächst im Kino: Manchester by the Sea, Shot in the Dark, Split, Mein Blind Date mit dem Leben, Mein Leben als Zucchini, u.v.m.

Gewinnspiel: Gewinne Social Movie Night- Karten für SPLIT
Gewinne jetzt Karten für die Social Movie Night am 15. Januar zu dem Film Split – dem neuen Thriller von M. Night Shyamalan. Wir haben 1×2 Karten für Berlin und 1×2 Karten für Hamburg zu verlosen. Besuche unsere Facebook-Seite und schreib in den Kommentar, in welcher Stadt und mit wem du den Film sehen willst! Alternativ kannst du uns auch eine E-Mail mit den Infos schicken. Das Gewinnspiel läuft bis am 12. Januar um 15 Uhr. Viel Glück!

Workshop und Film auf dem POP! ROT WEISS in Erlangen
Greta ist diese Woche zu Besuch auf dem Pop! Rot Weiß: Popkultur trifft Handicap Festival in Erlangen. Falls du Fragen zu Greta und zur Funktionsweise hast, kannst du am Dienstag, den 10. Januar um 17h im E-Werk in Erlangen vorbeischauen und dir alle Fragen von uns beantworten lassen. Der Workshop ist gratis! Außerdem gibt es im selben Kino vom 10.1. bis zum 13.1. jeden Abend einen tollen Film mit Greta zu entdecken im E-Werk. Mehr Infos gibt es bei http://www.pop-rot-weiss.de/popkultur-trifft-handicap-festival-09-01-14-01-2017/ .

Achtung: Bald kommt ein neues Update. Bitte registriere dich einmalig, um weiterhin ganz großes Kino mit Greta erleben zu können. Danke!

Nichts mehr verpassen: Die neuesten Informationen rund um Greta und die aktuellen Filme findest du auf unserer Homepage.

Hast du noch weitere Fragen, z.B. zum Update oder Anregungen? Kontaktiere uns gleich, wir helfen dir gerne weiter!

The Great Wall – ab dem 12. Januar im Kino
Eine sagenumwobene Mauer, eine uralte Legende. Im Alten China sieht sich eine furchtlose Streitmacht einem schier übermächtigen Gegner gegenüber, der das Schicksal der gesamten Menschheit bedroht.

Die Blumen von gestern – ab dem 12. Januar im Kino
Totila Blumen ist Holocaust-Forscher. Als solcher versteht er keinen Spaß. Weder im allgemeinen noch im besonderen, wenn seine Kollegen versuchen, aus einem Auschwitz-Kongress ein werbefinanziertes Medien-Event zu machen. Als man Totila dann auch noch die sehr junge und sehr nervige französische Studentin Zazie als Praktikantin vor die Nase setzt, ist der stets ernst dreinblickende Mann am Ende.

Liebe Grüße,
Dein Greta & Starks Team

GRETA & STARKS
Ansprechpartnerin: Seneit Debese
Schönhauser Allee 141 B
10437 Berlin
Telefon: +49 (0) 30 68 91 97 44
Telefax: +49 (0) 30 68 91 97 50
E-Mail: info@gretaundstarks.de
www.gretaundstarks.de

Braille-Schrift immer noch alternativlos

Liebe Bloggemeinde,
Heute ist Louis Brailles Geburtstag! Gerne möchte ich Euch daran erinnern!
Ich kann mir das Leben ohne Brailleschrift ehrlich gesagt nicht vorstellen, da ich mich so um einiges besser erinnere, wenn ich selber aktiv lese (und schreibe), als wenn ich einem Hörbuch lausche oder mir Text vorlesen lasse. Deswegen bevorzuge ich unbedingt die Brailleschrift, denn so fühle ich mich mehr als glücklich.
Vielen herzlichen Dank Louis Braille das Du sie entwickelt hast! Ja und das sie immer weiter ein Bestand dessen bleiben wird! Sie ermöglicht uns so viel! Auch können wir am PC diese Schrift mit einer Braillezeile nutzen. Dadurch das noch zwei Punkte hinzugefügt wurden. Mit 8 Punkten können wir fast ohne Probleme nun am Weltgeschehen, im Netz teilhaben, mitmischen mitwirken!
Was ist, wenn Die Technik die uns hilft, versagt? Ohne Blindenschrift sind wir sozusagen Analphabeten.
Brailleschrift bleibt unverzichtbar – trotz Computer!

Auf meiner Webseite, unter der Rubrik Kurzgeschichten habe ich zwei Kurzgeschichten eingestellt, im Gedenken an Louis Braille:
Wie Braille mein Leben veränderte!” & “Punkte unter den Fingern

Hier nun die Info, die mich heute diesbezüglich erreichte…
Hallo in die Runde!
Immer wieder wird ärgerlicherweise die Wichtigkeit unsere Schrift in Frage gestellt. So finde ich Artikel wie den heute in der “Neuen Presse” entdeckten besonders erfreulich.
Freundlich grüßt aus Marburg
Gisela Lütgens

[Hier der Artikel aus http://t.neuepresse.de/Ratgeber/Leben/Gesundheit-Schoenheit/Fit-Gesund/Braille-Schrift-noch-immer-alternativlos]

Braille-Schrift noch immer alternativlos.
Lesen mit den Fingern: Die vor fast 200 Jahren erfundene Punktschrift von Louis Braille macht das möglich. Und ist für viele blinde Menschen bis heute ein unverzichtbarer Schlüssel zum Wissen der Welt. Der Welt-Braille-Tag erinnert an den Erfinder der Blindenschrift: Louis Braille wurde am 4. Januar 1809 in Coupvray bei Paris geboren und war ein französischer Blindenlehrer.

Paris. In Fahrstühlen sind die kleinen Symbole aus hervorstehenden Punkten inzwischen häufig zu sehen, auch auf Medikamentenverpackungen. Für viele blinde Menschen sind sie ein Schlüssel zum Wissen der Welt. In Zeichen aus bis zu sechs Punkten, angeordnet wie die Sechs auf einem Würfel, macht die Braille-Schrift das Alphabet fühlbar. Die Punktschrift wurde vor fast 200 Jahren erfunden und ist auch im digitalen Zeitalter noch unverzichtbar. Der Welt-Braille-Tag (4. Januar) erinnert an den Geburtstag ihres Erfinders Louis Braille. Die Weltblindenunion warnt zu diesem Anlass davor, die Braille-Schrift mit Blick auf neue Errungenschaften zu vernachlässigen. In einer Mitteilung äußert der Verband die Sorge, dass es weniger Unterstützung für Unterricht und Nutzung der Punktschrift geben könnte, “aufgrund des Glaubens, dass Technologien wie E-Books, Hörbücher und Screen-Reader Braille ersetzen könnten”. Tatsächlich bietet die heutige Medienwelt auch für Blinde viele neue Möglichkeiten. Hörbücher sind viel breiter verfügbar als früher, Computer und Smartphones können Texte vorlesen. Doch das kann die Braille-Schrift aus Sicht von Professor Thomas Kahlisch nicht ersetzen: “Die ist eigentlich alternativlos”, sagt der Leiter der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig, der auch im Präsidium des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands sitzt. “Das ist die einzige Form, mir als blinder Mensch Schrift anzueignen.” Natürlich sei es für Blinde sehr praktisch, etwa Diktierfunktionen am Smartphone nutzen zu können. Doch diese Technik habe auch Grenzen. “Da rollen sich einem die Fußnägel hoch, was die Leute so wegschicken”, sagt er mit Blick auf Missverständnisse und Rechtschreibfehler. “Das funktioniert im Berufsleben nicht.” Lesekompetenz sei ein Eckpfeiler der Bildung – und für Blinde damit ebenso wichtig wie für Sehende, heißt es bei der Weltblindenunion.

Die Geschichte der Punktschrift begann mit einem Schicksalsschlag. Louis Braille kam 1809 als Sohn eines Sattlers im Dorf Coupvray östlich von Paris zur Welt – in der Nähe liegt heute der Freizeitpark Disneyland. Im Alter von drei Jahren verletzte der Junge sich mit einem spitzen Werkzeug seines Vaters am rechten Auge. Eine folgende Infektion ging auch auf das linke Auge über, Louis erblindete. Die Eltern wollten trotzdem eine möglichst gute Schulbildung für das aufgeweckte Kind. Sie schickten ihn ganz normal zur Dorfschule, wo Louis sich als wissbegierig und begabt erwies. Schließlich konnte er eines der ersten Blindeninstitute der Welt in Paris besuchen. Dort arbeiteten Blinde damals noch mit einer Reliefschrift: Ins Papier gedrückte Buchstaben, sehr schwierig und langsam zu lesen. Auf die Idee einer Punktschrift kam Louis durch einen Artilleriehauptmann – der hatte eine “Nachtschrift” erfunden, mit der sich Soldaten im Dunkeln verständigen sollten. Das System war mit zwölf Punkten aber sehr kompliziert. Braille vereinfachte es und stellte 1825 im Alter von nur 16 Jahren sein Verfahren mit sechs Punkten vor.
Wie viele Menschen Braille lesen können, dazu gibt es keine verlässlichen Angaben – schon zur Zahl der Blinden und Sehbehinderten in Deutschland liegen nur Schätzungen vor. Gerade junge Menschen könnten in recht kurzer Zeit Braille lernen, sagt Kahlisch. Menschen, die erst im Alter ihre Sehkraft verlieren, tun sich dagegen oft schwerer. Wer das System beherrscht, kann damit heute mithilfe einer sogenannten Braillezeile auch am Computer arbeiten oder das Smartphone nutzen. Wer als Blinder Braille beherrscht, hat damit deutlich bessere Chancen auf einen Job.
“Es gibt viele Potenziale”, sagt Kahlisch mit Blick auf die Verbindung von Braille und moderner Technik. So könne man sich vom Handy navigieren lassen, mit einer Supermarkt-App einkaufen oder mit einer Bank-App ein Konto führen. “Aber das geht auch mit einer gewissen Abhängigkeit von den Geräten einher.” Zudem gibt es neue Schwierigkeiten – etwa, wenn Software-Entwickler nicht wissen, wie sie eine App gestalten müssen, damit sie auch von Blinden genutzt werden kann. “Die ganzen Vorzüge der digitalen Welt sind nur dann nutzbar, wenn sie barrierefrei sind.” Kahlisch wünscht sich noch mehr Braille im Alltag, etwa auf Pizzaverpackungen. “Da müssen wir viel tun, auch Überzeugungsarbeit leisten.”
Louis Braille selbst erlebte den internationalen Siegeszug seiner Schrift übrigens nicht mehr, er starb 1852 im Alter von 43 Jahren an Tuberkulose. Erst Jahrzehnte später wurde das 6-Punkte-Alphabet 1878 bei einem internationalen Kongress als bestes System anerkannt. 100 Jahre nach seinem Tod ehrte sein Heimatland das Lebenswerk von Louis Braille und ließ dessen Gebeine ins Pariser Pantheon umbetten – die Ruhestätte von Frankreichs Nationalhelden.