Archiv für den Monat: November 2017

Kunst-App für Blinde ausgezeichnet

Liebe Bloggemeinde,

das ist ja mal ne super Sache! Ne App die Kunst erlebbar mit Genuß macht! Ich selbst habe sie noch nicht ausprobiert.

Für ihr Diplomprojekt „Eye to Ear – Gallery of Audible Images”, eine App, die Kunst für blinde und sehbehinderte Personen erlebbar macht, sind zwei Wiener Studentinnen mit internationalen Preisen ausgezeichnet worden.
Verena Blöchl und Katharina Götzendorfer wurden vom Art Directors Club of Europe (ADC*E) in der Kategorie „Student & Young Creative” mit Gold ausgezeichnet. Die ADC*E-Awards wurden am 11. November im Rahmen des vierten European-Creativity-Festivals in Barcelona vergeben. Zum Einsatz kam die App dieses Jahr bereits bei der Georgia-O’Keeffe-Ausstellung im Bank Austria Kunstforum.
Die App ist bereits ausstellungserprobt.

In Deutschland belegten die beiden Absolventinnen der Studienrichtung Grafik und Werbung an der Universität für angewandte Kunst Wien ebenfalls mit „Eye to Ear” im Wettbewerb „Gute Gestaltung” des Deutschen Designer Club (DDC) in der Kategorie „Zukunft des Wettbewerbs” den ersten Rang. Die Preisverleihung findet am 24. November in Frankfurt statt. Beide Preise sollen die Sichtbarkeit junger Kreativschaffender und Designerinnen und Designer erhöhen.
Mit „Eye to Ear” haben Blöchl und Götzendorfer die erste App geschaffen, die Kunst für blinde und sehbehinderte Personen erlebbar macht, so die Universität. Die Methode basiere auf der Kombination verbaler Beschreibung und Klang und gebe blinden und sehbehinderten Menschen die Möglichkeit, auf interaktive Weise Gemälde, Zeichnungen und Fotografien wahrzunehmen. Das eigenständige Erleben stehe dabei im Zentrum.
Eye to ear: http://eyetoear.com/
Universität für angewandte Kunst: http://www.dieangewandte.at/

Hörzeitungen auf dem Smartphone

Liebe Bloggemeine,

Viele blinde Menschen nutzen ihr Smartphone, das mit integrierter Sprache und akustischer Benutzerführung einen barrierearmen Zugang zum Internet verspricht. Damit können sie auch ihre Hörzeitungen empfangen. Das ist bereits seit vielen Jahren über eine Benachrichtigung per E-Mail möglich. Wer lieber eine eigenständige “App” benutzen möchte, kann für die Hörzeitungen im Vertrieb von atz Hörmedien jetzt die Dolphin-Easy-Reader-App installieren, die sowohl für iPhones als auch für Android-Handys zur Verfügung steht. Nach Anmeldung beim Hersteller und Eingabe der von atz Hörmedien bereitgestellten Zugangsdaten findet man seine Hörzeitungen im Zeitschriftenregal und kann sie dort herunterladen und hören. Auch in Daisy-Playern mit Internetzugang funktioniert dieser Online-Zugang. Die bisherigen Vertriebswege (CD per Post oder Download mit E-Mail) bleiben natürlich erhalten. Informationen unter E-Mail atz@blindenzeitung.de oder Telefon 05531 71 53.

DBR – Veranstaltung zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung

Liebe Leserinnen und Leser,

anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung lädt der Deutsche Behindertenrat zu einer Veranstaltung ein zum Thema „Behindertenpolitische Herausforderungen in der neuen Legislaturperiode – Wege zur Nichtdiskriminierung als Maßstab”.

Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung ist ein von den Vereinten Nationen ausgerufener Gedenk- und Aktionstag, der jährlich am 3. Dezember auf die Probleme von Menschen mit Behinderung aufmerksam macht. Im Deutschen Behindertenrat (DBR) sind alle wichtigen Organisationen behinderter und chronisch kranker Menschen vertreten, darunter der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV) als Repräsentant der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe.

Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention und mit zahlreichen Gesetzgebungsvorhaben der letzten Jahre wurde das Ziel verfolgt, die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Deutschland zu stärken. Selbstbestimmung und Teilhabe sollten über einen viel beschriebenen Paradigmenwechsel erreicht werden. Das Grundgesetz verbietet in Artikel 3 jede Form der Diskriminierung von Menschen mit Behinderung. Gleichwohl sind Diskriminierungen für Menschen mit Behinderung auch heute noch in vielen Lebensbereichen Realität. Wie kann das sein? Diese Frage soll im Rahmen der diesjährigen Veranstaltung zum Welttag der Menschen mit Behinderungen aus Sicht der Betroffenen, der Wissenschaft und der Politik eingehend beleuchtet werden, um die Handlungsbedarfe für die neue Legislaturperiode des Deutschen Bundestages aufzuzeigen.

Termin: Donnerstag, 30. November, 11:00 bis 17:00 Uhr (Einlass ab 10:15 Uhr)
Ort: VKU-Forum, Invalidenstraße 91, 10115 Berlin
Anfahrt: Tram M5, M8, M10; Busse 120,142, 147, 245, TXL bis Invalidenpark

Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben. Die Kosten für die Verpflegung übernimmt der Veranstalter.
Anmeldung bis 27. November unter der E-Mail: dbr@vdk.de

Programm

10:15 Uhr Einlass

11:00 Uhr Beginn
Begrüßung und Einführung Hannelore Loskill, Sprecherratsvorsitzende des Deutschen Behindertenrats (DBR)

11:10 Uhr Schutz vor Diskriminierung als Messlatte der UN-Behindertenrechtskonvention für das politische Handeln in Deutschland
Prof. Dr. jur. Felix Welti, Universität Kassel, Fachgebiet Sozial- und Gesundheitsrecht, Recht der Rehabilitation und Behinderung

11:40 Uhr Diskriminierungssituationen für Menschen mit Behinderungen im Alltag
Interviewrunde mit
- Volker Langguth-Wasem, Bundesselbsthilfeverband Kleinwüchsiger Menschen e. V.
- Uwe Frevert, Bundesverband der Interessenvertretung „Selbstbestimmt Leben in Deutschland” e. V. (ISL)
- Julia Fescova, Landesvereinigung Selbsthilfe Berlin e. V.

12:00 Uhr Diskriminierungssituationen für Menschen mit Behinderungen im Arbeitsleben
- Interviewrunde mit
Julian Sukopp und Petra Krause-Wloch, Bundesverband für Brandverletzte e. V.
- Vorstellung der Studie „Diskriminierung in Deutschland” – Dritter gemeinsamer Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen; Nathalie Schlenzka, Referentin Forschung, Antidiskriminierungsstelle des Bundes

12:30 Uhr Bundesteilhabegesetz – nimmt die Diskriminierung denn nie ein Ende?
Interviewrunde mit
- Dietz Valentien, Förderverein Münzinghof e. V.
- Monika Kaus, Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V.

12:45 Uhr Diskriminierung durch Wahlrechtsausschluss
Interviewrunde mit
Christian Specht, Lebenshilfe e. V., Landesverband Berlin

13:00 Uhr Mittagsimbiss

14:00 Uhr Herausforderungen einer Behindertenpolitik der Zukunft
Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen

14:30 Uhr Diskriminierung durch geduldete Barrieren
Interviewrunde mit
- Christiane Möller, Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.
- Karl Josef Günther, Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e. V.
- Jochen Röder, Deutsche Epilepsievereinigung e. V.

15:00 Uhr Behindertenpolitische Herausforderungen in der neuen Legislaturperiode – Wege zur Nichtdiskriminierung als Maßstab – Podiumsdiskussion
- Uwe Schummer, MdB, CDU
- Corinna Rüffer, MdB, Bündnis 90/Die Grünen
- Kerstin Griese, MdB, SPD (angefragt)
- Zaklin Nastic, MdB, Die Linke (angefragt)
- Katharina Kloke, MdB, FDP (angefragt)
- Dr. Sigrid Arnade (ISL e. V.)
- Ulrich Wittwer (SoVD e. V.)
- Dr. Martin Danner (BAG SELBSTHILFE e. V.)

15:45 Uhr Staffelstabübergabe an das DBR-Sekretariat 2018

Moderation: Hans-Günter Heiden
Quelle: ABSV

Deutscher Behindertenrat veröffentlicht Forderungen an die neue Bundesregierung

Liebe Bloggemeinde,

der Deutsche Behindertenrat (DBR) hat sich mit einem Katalog von behindertenpolitischen Forderungen an die Parteien, die derzeit Sondierungsgespräche zur Bildung einer neuen Bundesregierung führen, gewandt. Das Papier gliedert sich in 14 Abschnitte und thematisiert alle Lebensbereiche – von Barrierefreiheit im öffentlichen und privaten Bereich, im Verkehr und der digitalen Welt über inklusive Bildung, berufliche Teilhabe und das Gesundheitswesen bis hin zum Steuerrecht.
Die im DBR vertretenen Organisationen erwarten u.a., dass das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in dieser Legislaturperiode novelliert und in diesem Zuge die private Wirtschaft zu Barrierefreiheit verpflichtet werden müsse. Barrierefreiheit müsse auch auf europäischer Ebene vorangebracht werden. Entsprechend müsse Deutschland auf die EU-Richtlinie zu barrierefreien Gütern und Dienstleistungen (European Accessibility Act) Einfluss nehmen. Um die Zugänglichkeit im digitalen Bereich zu verbessern, sei die EU-Richtlinie zur Barrierefreiheit von Webseiten und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen im Sinne behinderter Menschen umzusetzen. Mit dem Ziel, blinde und sehbehinderte Menschen deutlich besser als bisher mit Literatur zu versorgen, sei der Vertrag von Marrakesch zu ratifizieren und in deutsches Recht zu überführen. Eine verbindliche Gesamtstrategie für Inklusion erwartet der DBR im Bildungsbereich. Zur Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Behinderungen sei die Beschäftigungspflicht konsequent durchzusetzen.
Das vollständige Forderungspapier des DBR steht im Internet zur Verfügung

Proteste sind weiter nötig – Bundesteilhabegesetz

Liebe Bloggemeinde,

es ist auch heute leider immer noch wichtig zu protestieren auch wenn sich gerade von Seiten der CDU immer wieder VertreterInnen zu Wort melden und meinen, dass durch Gesetze wie das Bundesteilhabegesetz jetzt doch keine Proteste mehr nötig seien.
Soso …
Den Bericht auf Kobinet lesen

Arbeitslosengeld Auszahlung an der Supermarktkasse

Liebe Bloggemeinde,

als ich diese Info hier aus den Medien erfuhr, mußte ich schon ein wenig schmunzeln.
Ich frage mich, ob das dann dem Steuerzahler wirklich günstiger kommt.
Der Unterhalt der bisherigen Geldautomaten in den Jobcentern koste die Bundesagentur acht Euro(!!!!) pro Transaktion. Im Vorjahr hätten sich die Kosten mit 400.000 Bar-Transaktionen demnach auf 3,2 Millionen Euro belaufen.
Sind da Schildbürger am Werk?
Sicher, für die, die kein Konto haben, warum auch immer, ist das sicher eine gute Lösung.
Ich bin total gespannt, wie die Damen und Herren an den Kassen damit umgehen/fertig werden?
Wie der einzelne Kunde da verständnisvoll reagieren wird? ;-)

Nun die Info:
Empfänger von Leistungen wie dem Arbeitslosengeld können sich Bargeldkünftig in dringenden Fällen einen Vorschuss an Supermarktkassen auszahlen lassen.
Wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte, ist das Verfahren für Menschen gedacht, die kein eigenes Konto haben oder die sofort eine Auszahlung benötigen. Bislang standen dafür Kassenautomaten in Jobcentern und Arbeitsagenturen zur Verfügung. Sie sollen nun aus Kostengründen abgebaut werden. Die Umstellung soll im nächsten Jahr beginnen.
Der Bericht dazu auf Zeit Online

Europäischer Behindertenausweis

Liebe Bloggemeinde,

die Europäische Union arbeitet jetzt daran, einen Behindertenausweis zu entwickeln, der in allen teilnehmenden EU-Ländern anerkannt werden soll. Der neue Ausweis soll gleichberechtigten Zugang zu Vergünstigungen versichern, ob man sich im Heimatland oder in einem anderen teilnehmenden Land befindet.
Zur Zeit gibt es in EU-Ländern keine gegenseitige Anerkennung der verschiedenen einzelstaatlichen Behindertenausweise. Es kann also immer noch vorkommen, dass behinderte Reisende auf Situationen stoßen, wobei ihre Behindertenausweise nicht anerkannt werden.

Der neue einheitliche Ausweis soll vor allem in den Bereichen Kultur, Freizeit, Sport und Verkehrsmittel Anwendung finden. Anfang 2016 wurde das Projekt in geringerem Maße als Pilotversuch in den folgenden acht EU-Ländern eingeleitet: Belgien, Estland, Finnland, Italien, Malta, Rumänien, Slowenien und Zypern. Die daraus gewonnenen Informationen sind für die spätere Ausweitung auf weitere Länder nützlich.

Mit diesem Ausweis kommen keine gezwungenen Änderungen der nationalen Kriterien oder Regelungen in den teilnehmenden Ländern. Jedes Land wird weiterhin über ihre Definition von “Behinderung” entscheiden dürfen. Das heißt: die Länder werden weiterhin entscheiden, wer Anspruch auf einen Behindertenausweis hat. Was sich mit dem EU-Behindertenausweis ändern wird, ist lediglich, dass er auch im Ausland anerkannt werden muss.
Link zum Originalbericht auf Taubenschlag.de

Otto Weidt – Ein blinder Held

Liebe Bloggemeinde

am 9. November zur Erinnerung an die Pogromnacht 1938 fand eine Filmvorführung im ABSV statt. Das ist der Blinden und sehbehinderten Verein in Berlin.
Der beeindruckende Film über Otto Weidt.
“Ein blinder Held” Liebe des Otto Weidt.
Frau Deutschkron war auch extra zur Veranstaltung erschienen. Sie führte mit ihren persönlichen Erinnerungen an die damalige Zeit durch den Film.
Der Film war sehr beeindruckend, aber noch mehr beeindruckte mich Frau Deutschkron. Diese Kraft, die sie hat, immer wieder von dieser schrecklichen Zeit zu berichten, immer wieder sich zu erinnern und auch immer noch zu den Veranstaltungen zu gehen, auch noch im hohen Alter (95). Es ist so wichtig, dass es noch diese Zeitzeugen gibt, die uns dies immer wieder mal vor Augen bringen, damit sowas nie wieder passiert. Denn es gibt sie ja bald nicht mehr allzu oft, da sie durch ihr Alter bedingt von uns gehen, sodass sie uns über diese so schreckliche Zeit berichten können.
Super war, dass diese Veranstaltung gemeinsam mit den Leuten der Bücherbox durchgeführt wurde. Denn so konnten wir bzw der ABSV Öffentlichkeitsarbeit leisten, indem nun auch andere Menschen anwesend waren und so auch miterlebten, wie blinde und sehbehinderte Menschen Filme schauen. Es war wirklich ein sehr gelungener und beeindruckender Abend im ABSV.