Schlagwort-Archiv: behinderung

Menschen mit Lernschwierigkeiten werden häufiger krank

Liebe Böoggemeinde,

Menschen mit Lernschwierigkeiten werden bis zu dreimal häufiger krank als Menschen ohne Behinderungen – oft mit schwerem Verlauf und längerer Krankheitsdauer. Um ihre Gesundheitschancen zu erhöhen, haben der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) und die Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) eine neue Broschüre herausgegeben. Die Publikation stellt die Ergebnisse des KHSB-Forschungsprojektes GESUND! vor und gibt Werkstätten für behinderte Menschen Materialien an die Hand, mit denen sie das gesundheitsfördernde Verhalten ihrer Beschäftigten mit Lernschwierigkeiten anregen können.

Weiterlesen:

http://rollingplanet.net/menschen-mit-lernschwierigkeiten-werden-bis-zu-dreimal-haeufiger-krank-als-menschen-ohne-behinderung/

Interview mit Verena Bentele – Menschenrechte

Liebe Bloggemeinde,

“Es gibt ein Menschenrecht auf ein sicheres und gewaltfreies Leben”– Interview mit Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen

Frauen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen bedürfen eines besonderen Schutzes vor sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt, denn sie sind deutlich häufiger betroffen als der weibliche Bevölkerungsdurchschnitt. In der Ansprache muss dabei auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Frauen eingegangen werden. Im Interview erklärt die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen Verena Bentele, worin die besonderen Herausforderungen beim Schutz dieser Frauen liegen und wie ihnen bessere geholfen werden kann.

Frau Bentele, worin liegen die besonderen Herausforderungen, Frauen mit Behinderungen vor Gewalt zu schützen?

Eins vorweg: Es gibt ein Menschenrecht auf ein sicheres und gewaltfreies Leben. Doch Frauen und Mädchen mit Behinderungen sind überdurchschnittlich oft von Gewalt betroffen. Um besseren Schutz zu ermöglichen, müssen wir die unterschiedlichen Bedarfe der Frauen beachten: Eine Frau im Rollstuhl braucht etwa andere Informationen als ein junges Mädchen mit einer so genannten Lernbehinderung.

Welche Bedarfe haben Frauen in Einrichtungen?

In Wohneinrichtungen und Werkstätten ist wichtig zu vermitteln, wie Gewalt aussieht und dass sie nicht erduldet werden muss. Vielmehr geht es um Aufklärung darüber, wo und wie die einzelnen Frauen Grenzen ziehen können und wer ihnen Unterstützung bietet. Es braucht kompetente Ansprechpartnerinnen vor Ort, etwa in Form der Frauenbeauftragten. Die Informationen sollten barrierefrei zugänglich sein, beispielsweise in Gebärdensprache und in Leichter Sprache. Für Einrichtungen, in denen Flüchtlinge aufgenommen werden, werden derzeit Schutzkonzepte erarbeitet. Die Angebote hier müssen kultursensibel gemacht werden. Dazu brauchen die Beraterinnen vor Ort gute Schulungen.

Wie können wir Hilfesysteme zugänglich machen?

Einerseits, indem wir mehr für sie werben, also ihre Bekanntheit erhöhen. Andererseits, indem wir sie in jeder Hinsicht barrierefrei machen: Informationen müssen in Leichter Sprache vorliegen, für Sinnesgeschädigte zugänglich sein, beispielsweise mittels Gebärdensprache, und in verschiedenen Sprachen angeboten werden. Räume müssen barrierefrei erreichbar sein. Außerdem gilt es, verlässliche Strukturen anzubieten, die durch kontinuierliche Arbeit bekannt werden, und die nötige Sensibilität für das Thema und die Bedarfe der Hilfesuchenden zu schaffen. Wichtig ist außerdem eine entsprechende örtliche Vernetzung. Es gibt bereits viele gute Beispiele aus der Praxis, sei es das bundesweite Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen”, Notruf-Apps und auch das Modellprojekt “SuSe – Sicher und selbstbestimmt. Frauen und Mädchen mit Behinderung stärken”.

Wie kann das Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen” Betroffene mit Behinderungen beraten und unterstützen?

Indem die Frauen das Hilfetelefon barrierefrei erreichen können: Beratung ist per Telefon oder online möglich, ebenso in verschiedenen Sprachen u.a. auch in Gebärdensprache und Leichter Sprache. Das Hilfetelefon ist oft die erste Anlaufstelle, um über erlebte Gewalt zu sprechen. Frauen mit Behinderungen können dort erfahren, welche konkreten Unterstützungsangebote wie Frauenschutzeinrichtungen oder spezialisierte Beratungsstellen es am Wohnort gibt. Das umfangreiche Angebot des Hilfetelefons setzt ein deutliches Zeichen für alle Menschen in der Gesellschaft, dass Gewalt nicht akzeptiert wird und Betroffene und deren Angehörige eine bedarfsgerechte Unterstützung erhalten.

Was bedeutet die Reform des Sexualstrafrechts für Frauen mit Behinderung?

Durch die Änderungen wird das Prinzip “Nein-heißt-Nein” in das Sexualstrafrecht aufgenommen. Damit wird ein Paradigmenwechsel vollzogen und es werden Schutzlücken geschlossen. In Zukunft ist jede sexuelle Handlung strafbar, wenn sich der Täter über “den erkennbaren Willen” des Opfers hinwegsetzt. Das bedeutet, auch wenn das Opfer sich nicht aktiv wehrt, aber zu weinen beginnt oder sonst wie durch Worte oder Gesten ausdrückt, dass es mit einer sexuellen Handlung nicht einverstanden ist, kann ein sexueller Übergriff als Vergewaltigung gewertet werden.
Es wirkt künftig auch strafverschärfend, wenn ein Täter die Situation ausnutzt, dass eine Person aufgrund einer Krankheit oder Behinderung keinen Willen bilden oder äußern kann. Beim Missbrauch widerstandsunfähiger Menschen ist in Zukunft eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr vorgesehen. Damit wird eine seit langem auch von mir kritisierte Ungleichbehandlung widerstandsunfähiger Opfer beendet.

Was kann man tun um Frauen mit Behinderungen stark zu machen, zu empowern?

Empowerment ist ein gutes und wichtiges Konzept. Dazu gehört es, das Selbstbewusstsein der Frauen und Mädchen zu stärken, durch die Förderung von Talenten, durch die Stärkung der eigenen Körperwahrnehmung, beispielsweise beim Sport, und auch durch Selbstverteidigungskurse. Empowerment wird auch dadurch erreicht, dass Frauen und Mädchen mit Behinderungen über ihre Rechte aufgeklärt werden. Und nicht zuletzt ist es wichtig, Gleichberechtigung in allen gesellschaftlichen und politischen Bereichen durchzusetzen. Dadurch werden Frauen mit und ohne Behinderungen gleichermaßen gestärkt.

Barrieren in unserem Wohnbezirk

Liebe Bloggemeinde,

zu der Fragestellung: “Auf was für Barrieren stoßen Menschen mit Sehbeeinträchtigung in unserem Wohnbezirk, Charlottenburg?”

Mit Kamera und Diktiergerät im Gepäck, zogen mein Mann und ich gespannt
los. Wir wurden auch ziemlich schnell fündig.

Direkt vor dem U-Bahn Ausgang Wilmersdorfer Straße zur S-Bahn Charlottenburg hin, steht völlig Platz
einnehmend ein hoher Bauzaun im Weg. Schlauerweise hinter(!) einem Baum entlang. Dieser Zaun blockiert den
gewohnten Weg zur S-Bahn. Den anderen Weg, den man dann automatisch nimmt, nehmen muß, führt am Bauzaun entlang direkt auf den Baum zu, aua.
Der Weg ist erst sehr uneben und im weiteren Verlauf stehen auch noch stark behindernd, kreuz und quer abgestellt, viele Fahrräder am Bauzaun entlang herum, an dem ich mich zwangsläufig orientiere und aufpassen muß, daß ich nicht über die Fahrräder stolpere, sich mein Blindenstock nicht in den Speichen verhakt oder ich die Richtung verliere.

Ich brauchte darüber nicht lange nachzudenken, ob ich gleich an dieser Stelle meine Fotos
schieße und erläuterte meinem Mann, wie ich mir die Fotos vorstelle.

Er assistierte mir verbal dabei, indem er mir etwas die Richtung wies, ob ich die Kamera leicht mehr nach links, rechts oder doch eher mehr nach oben oder unten ausrichten muß, um meine Motivauswahl abzulichten, so wie ich es mir vorgestellt habe.
Daheim haben wir dann am Bildschirm diskutiert und 2 Fotos ausgewählt, welche die extrem erschwerte Situation, “der Weg zur S-Bahn” gut verständlich darstellen.
Silja Korn, Baustelle U-Wilmersdorfer Str.
Silja Korn, Baustelle U-Wilmersdorfer Str.

Ab dem 6.6.2017 sind die Fotos in der Ausstellung im ABSV (Auerbachstr. 7, 14193 Berlin) zu betrachten.

Workshop – Raus aus der Opferhaltung

Liebe Bloggemeinde,

Einladung zum Workshop – Raus aus der Opferhaltung – rein ins selbstbestimmte Leben.

Sie haben Ideen und Ziele. Dann äußert jemand Zweifel an Ihrem Vorhaben, Ihnen wird aufgrund Ihrer Behinderung etwas nicht zugetraut. Oder jemand gibt obendrein einen abwertenden Kommentar und schon treten Sie den Rückzug an. Geleitet durch einen Impulsvortrag möchten wir erkunden, wie Sie der Gefahr, in eine Opferhaltung zu geraten, entgegenwirken können. Strategien, die helfen, auf Kurs zu bleiben und sich z. B. nicht auf die Behinderung reduzieren oder von dieser einschüchtern zu lassen, werden an diesem Nachmittag ebenfalls vorgestellt und im gegenseitigen Austausch entwickelt.
Wer sich der Opferhaltung bewusst wird, kann sich auch befreien!
Referentin: Melanie Tintera, Coach und Managementtrainerin, Schwarzenborn
Kooperation: Hessisches Koordinationsbüro für Frauen mit Behinderung, im
Paritätischen Wohlfahrtsverband, Landesverband Hessen e. V.,
CeBeeF Frankfurt e. V., Büro für staatsbürgerliche Frauenarbeit.
Datum: Montag, 12. Juni 2017, 15:00 – 18:30 Uhr
Veranstaltungsort: Paritätischer Wohlfahrtsverband Landesverband Hessen e.V.,
Auf der Körnerwiese 5, 60322 Frankfurt
Konferenzetage: Raum „Frankfurt”
Teilnahmebeitrag: € 5,00
Anmeldeschluss: Montag, 29. Mai 2017
Hinweis:
Die Anmeldung zur Veranstaltung erfolgt über:
Büro für Staatsbürgerliche Frauenarbeit e.V.
Telefon: 0611 15786-0
Fax: 0611 15786-22
E-Mail: frauen@buero-f.de
Homepage: www.buero-f.de
Bürozeiten: Mo, Di, Mi, Do
Benötigen Sie aufgrund Ihrer Behinderung vorab die Seminarunterlagen digital oder im Seminar vergrößert, vermerken Sie dies bitte bei Ihrer Anmeldung.

Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Liebe Bloggemeinde,

anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung finden am Freitag, 5. Mai, mehrere Veranstaltungen statt:

Demonstration mit anschließender Kundgebung unter dem Motto:
“Wir gestalten unsere Stadt. Einfach machen – Für alle!”

Treffpunkt: 15:00 Uhr auf dem Bebelplatz, Unter den Linden, 10117 Berlin (gegenüber der Humboldt-Universität)
Demonstration: Vom Bebelplatz über die Straße Unter den Linden zum Brandenburger Tor
Abschlusskundgebung: 15:30 Uhr am Brandenburger Tor
Mehr Informationen: www.protesttag-behinderte.de

Wahlrecht für alle?

Liebe Bloggemeinde,

im September 2017 ist wiedermal Bundestagswahl …
Bentele pocht auf Wahlrecht für alle in Deutschland: Wenn das Wahlrecht vor der deutschen Bundestagswahl noch so geändert
werden soll, daß behinderte Menschen zukünftig nicht mehr vom Wahlrecht ausgeschlossen werden, dann bleibt dafür nicht mehr viel Zeit.

Wer unter Vollbetreuung steht und geistig behindert ist, darf seit Gründung der Bundesrepublik nicht wählen. Weil eine Manipulation der/des Wählenden möglich sein könnte?

https://bize.ps/m1

Café inklusiv – 12.5.2017 – Villa Donnersmarck

Liebe Bloggemeinde,

hier ne super Veranstaltung!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde der Villa Donnersmarck,
wir laden Sie herzlich ein ins Café inklusiv am 12. Mai 2017 bei uns in der Villa Donnersmarck.

Zusammen mit der Bürgerstiftung Steglitz-Zehlendorf möchten wir Inklusion an diesem Nachmittag wieder persönlich nehmen, mit lockeren Gesprächsrunden in entspannter Kaffeehaus-Atmosphäre.

Im Mittelpunkt der Geschichten unserer Gäste mit und ohne Behinderung steht dieses Mal die Frage “Wie barrierefrei ist mein Bezirk?”

Wir freuen uns, wenn Sie mit dabei sind und vor allem, wenn Sie Ihre Geschichten, Erfahrungen und Anregungen mitbringen, wie Sie die Zugänglichkeit Ihrer Umwelt erleben, ob in unserem Kiez oder irgendwo anders in der Stadt.

Als Gäste haben wir Eileen Moritz, die neue Bezirksbeauftragte für Menschen mit Behinderung sowie die Vertreter*innen der Bezirksamtes eingeladen. Zwischendurch gibt es etwas Musik und kannenweise Kaffee, gratis und inklusive, natürlich.

Wir sind uns sicher: Mehr Verständnis für einander beginnt immer mit einer Begegnung. Jetzt fehlen nur noch Sie – schön, wenn Sie Zeit haben.

Der Eintritt ist frei, aber mit einer kurzen Anmeldung erleichtern Sie uns die Vorbereitungen. Herzlichen Dank

Viele Grüße
Sean Bussenius

Fürst Donnersmarck-Stiftung zu Berlin
Villa Donnersmarck, Schädestr. 9-13, 14165 Berlin
Tel. 030/847 187 – 0
https://www.villadonnersmarck.de
https://www.facebook.com/fdst.de

Keine Zwangseinweisungen behinderter Menschen in Heime!

Liebe Bloggemeinde,

wir müssen uns gemeinsam zusammen tun! So geht das einfach nicht! Was die sich “da oben” ausklüngeln ist menscheverachtend?!!

Woran erinnert mich das? Das war doch mal… Und jetzt wieder?
https://www.change.org/p/keine-zwangseinweisungen-behinderter-menschen-in-heime

Helft alle mit, unterschreibt die Petition und verbreitet das unbedingt!