Schlagwort-Archiv: Handicap

Blind war ich als Braut nicht mehr geeignet

Liebe Bloggemeinde,

Yetnebersh Nigussie, eine tolle Frau!
Mit 5 Jahren ist sie erblindet.
Sie setzt sich für Menschen mit Behinderung ein und erhielt den Alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award) für ihren Kampf für Behindertenrechte!

Den Bericht auf standard.de lesen

Interview mit Verena Bentele – Menschenrechte

Liebe Bloggemeinde,

“Es gibt ein Menschenrecht auf ein sicheres und gewaltfreies Leben”– Interview mit Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen

Frauen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen bedürfen eines besonderen Schutzes vor sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt, denn sie sind deutlich häufiger betroffen als der weibliche Bevölkerungsdurchschnitt. In der Ansprache muss dabei auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Frauen eingegangen werden. Im Interview erklärt die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen Verena Bentele, worin die besonderen Herausforderungen beim Schutz dieser Frauen liegen und wie ihnen bessere geholfen werden kann.

Frau Bentele, worin liegen die besonderen Herausforderungen, Frauen mit Behinderungen vor Gewalt zu schützen?

Eins vorweg: Es gibt ein Menschenrecht auf ein sicheres und gewaltfreies Leben. Doch Frauen und Mädchen mit Behinderungen sind überdurchschnittlich oft von Gewalt betroffen. Um besseren Schutz zu ermöglichen, müssen wir die unterschiedlichen Bedarfe der Frauen beachten: Eine Frau im Rollstuhl braucht etwa andere Informationen als ein junges Mädchen mit einer so genannten Lernbehinderung.

Welche Bedarfe haben Frauen in Einrichtungen?

In Wohneinrichtungen und Werkstätten ist wichtig zu vermitteln, wie Gewalt aussieht und dass sie nicht erduldet werden muss. Vielmehr geht es um Aufklärung darüber, wo und wie die einzelnen Frauen Grenzen ziehen können und wer ihnen Unterstützung bietet. Es braucht kompetente Ansprechpartnerinnen vor Ort, etwa in Form der Frauenbeauftragten. Die Informationen sollten barrierefrei zugänglich sein, beispielsweise in Gebärdensprache und in Leichter Sprache. Für Einrichtungen, in denen Flüchtlinge aufgenommen werden, werden derzeit Schutzkonzepte erarbeitet. Die Angebote hier müssen kultursensibel gemacht werden. Dazu brauchen die Beraterinnen vor Ort gute Schulungen.

Wie können wir Hilfesysteme zugänglich machen?

Einerseits, indem wir mehr für sie werben, also ihre Bekanntheit erhöhen. Andererseits, indem wir sie in jeder Hinsicht barrierefrei machen: Informationen müssen in Leichter Sprache vorliegen, für Sinnesgeschädigte zugänglich sein, beispielsweise mittels Gebärdensprache, und in verschiedenen Sprachen angeboten werden. Räume müssen barrierefrei erreichbar sein. Außerdem gilt es, verlässliche Strukturen anzubieten, die durch kontinuierliche Arbeit bekannt werden, und die nötige Sensibilität für das Thema und die Bedarfe der Hilfesuchenden zu schaffen. Wichtig ist außerdem eine entsprechende örtliche Vernetzung. Es gibt bereits viele gute Beispiele aus der Praxis, sei es das bundesweite Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen”, Notruf-Apps und auch das Modellprojekt “SuSe – Sicher und selbstbestimmt. Frauen und Mädchen mit Behinderung stärken”.

Wie kann das Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen” Betroffene mit Behinderungen beraten und unterstützen?

Indem die Frauen das Hilfetelefon barrierefrei erreichen können: Beratung ist per Telefon oder online möglich, ebenso in verschiedenen Sprachen u.a. auch in Gebärdensprache und Leichter Sprache. Das Hilfetelefon ist oft die erste Anlaufstelle, um über erlebte Gewalt zu sprechen. Frauen mit Behinderungen können dort erfahren, welche konkreten Unterstützungsangebote wie Frauenschutzeinrichtungen oder spezialisierte Beratungsstellen es am Wohnort gibt. Das umfangreiche Angebot des Hilfetelefons setzt ein deutliches Zeichen für alle Menschen in der Gesellschaft, dass Gewalt nicht akzeptiert wird und Betroffene und deren Angehörige eine bedarfsgerechte Unterstützung erhalten.

Was bedeutet die Reform des Sexualstrafrechts für Frauen mit Behinderung?

Durch die Änderungen wird das Prinzip “Nein-heißt-Nein” in das Sexualstrafrecht aufgenommen. Damit wird ein Paradigmenwechsel vollzogen und es werden Schutzlücken geschlossen. In Zukunft ist jede sexuelle Handlung strafbar, wenn sich der Täter über “den erkennbaren Willen” des Opfers hinwegsetzt. Das bedeutet, auch wenn das Opfer sich nicht aktiv wehrt, aber zu weinen beginnt oder sonst wie durch Worte oder Gesten ausdrückt, dass es mit einer sexuellen Handlung nicht einverstanden ist, kann ein sexueller Übergriff als Vergewaltigung gewertet werden.
Es wirkt künftig auch strafverschärfend, wenn ein Täter die Situation ausnutzt, dass eine Person aufgrund einer Krankheit oder Behinderung keinen Willen bilden oder äußern kann. Beim Missbrauch widerstandsunfähiger Menschen ist in Zukunft eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr vorgesehen. Damit wird eine seit langem auch von mir kritisierte Ungleichbehandlung widerstandsunfähiger Opfer beendet.

Was kann man tun um Frauen mit Behinderungen stark zu machen, zu empowern?

Empowerment ist ein gutes und wichtiges Konzept. Dazu gehört es, das Selbstbewusstsein der Frauen und Mädchen zu stärken, durch die Förderung von Talenten, durch die Stärkung der eigenen Körperwahrnehmung, beispielsweise beim Sport, und auch durch Selbstverteidigungskurse. Empowerment wird auch dadurch erreicht, dass Frauen und Mädchen mit Behinderungen über ihre Rechte aufgeklärt werden. Und nicht zuletzt ist es wichtig, Gleichberechtigung in allen gesellschaftlichen und politischen Bereichen durchzusetzen. Dadurch werden Frauen mit und ohne Behinderungen gleichermaßen gestärkt.

Design für sehbehinderte und sehende Menschen

Liebe Leserinnen und Leser,

“Sehbehindertengerechtes Design” – da denkt man nicht unbedingt an attraktive Gestaltung. Das DBSV-Projekt “Inklusives Design” will beweisen, dass Kommunikationsdesign sehbehindertengerecht und zugleich ansprechend für sehende Menschen sein kann. Heute startet die Plattform leserlich.info mit praxistauglichen Empfehlungen für die Gestaltung von Printprodukten und Webseiten. Lesen Sie dazu Auszüge einer Pressemitteilung des DBSV:

Kommunikation ist die Voraussetzung dafür, sich in der Welt zurechtzufinden und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Freier Zugang zu Informationen ist daher auch eine zentrale Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention, die 2009 in Kraft trat. In Deutschland leben nach WHO-Zahlen rund eine Million sehbehinderte Menschen, die selbst mit Sehhilfen über weniger als 30 Prozent des normalen Sehvermögens verfügen. Hinweise zu lesbarer Gestaltung finden sich verstreut in der Fachliteratur und anderen Quellen, insbesondere in der DIN 1450 zur Leserlichkeit von Schrift. “Normen sind für Designer jedoch regelrechte Kreativitäts-Killer!”, so Professor Florian Adler, der beim Projekt “Inklusives Design” die Federführung hatte.

Der DBSV hat deshalb Designer, Experten für Barrierefreiheit und Vertreter verschiedener Augenerkrankungen an einen Tisch gebracht. Heute werden die Ergebnisse auf der neuen Online-Plattform www.leserlich.info veröffentlicht. In anderthalb Jahren Projektarbeit ist eine praxisnahe Arbeitshilfe für Profi-Gestalter und interessierte Laien entstanden. Beste Beispiele dafür sind der Schriftgrößenrechner und der Kontrastrechner, mit denen konkrete Maße und Farbwerte für den jeweiligen Einsatz errechnet werden können.

Das Projekt “Inklusives Design” läuft bis Ende Juni 2017 und wird von der Aktion Mensch gefördert. Weitere Unterstützer sind adlerschmidt, MSD und Santhera (Germany). Die Grundlagenarbeit zur Projektentwicklung hat Novartis unterstützt. Verwendete Schrift: Neue Frutiger 1450 mit freundlicher Unterstützung von Monotype.

Redaktion: Andreas Bethke (V.i.S.d.P.), Irene Klein, Volker Lenk
Anschrift:
Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)
Rungestraße 19, 10179 Berlin
Tel.: (030) 28 53 87 0 Fax: (030) 28 53 87 200
E-Mail: info@dbsv.org
www.dbsv.org

Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Liebe Bloggemeinde,

am Freitag, den 5. Mai 2017 zum 25. Mal ist der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

Wie in jedem Jahr wird es aus diesem Anlass eine Veranstaltung in Berlin geben: Um 15.00 Uhr findet eine Kundgebung auf dem Bebelplatz statt. Danach der Protestmarsch zum Brandenburger Tor. Dort findet eine Podiumsdiskussion statt.

Weitere Informationen auf: www.protesttag-behinderte.de

Viele Grüße
Martin Seidler

Referent für Öffentlichkeitsarbeit ambulante dienste e. V.
Urbanstr. 100
10967 Berlin
Tel. 030/690487-0
Fax: 030/690487-23
Internet: www.adberlin.com
facebook: www.facebook.com/adberlin

Klettern für Menschen mit Beeinträchtigungen

Liebe Bloggemeinde,

die Sektion Berlin des Deutschen Alpenverein e.V. lädt, in Kooperation mit dem Behinderten- und Rehabilitations Sportverband Berlin e.V. am 25. März 2017 in der Zeit von 14-18 Uhr in das
DAV Kletterzentrum Berlin,
Seydlitzstr. 1H, 10557 Berlin ein.

Für Kinder und Erwachsene mit Handicap ist der Eintritt frei.

Anmeldung bitte unter paraclimbing@dav-berlin.de

Weitere Informationen unter:
http://www.dav-berlin.de/index.php/1027-tag-des-paraclimbing-am-25-maerz-2017

Ein Bericht über eine meiner Kletteraktionen: http://siljakorn.de/kletter.shtml

Herzblut

Liebe Bloggemeinde,

gerade habe ich mir bei RTl einen Bericht vom Team Wallraff angesehen. Es ging um Behinderteneinrichtungen. Der Bericht zeigte wie Menschen erschreckend Respektlos, menschenunwürdig behandelt wurden. Ich bin so fassungslos entsetzt!
Wie kann das nur so geschehen ohne das es sonst auffällt, habe ich mich ernsthaft gefragt!
Leute seht da nicht weg! Wir müssen alle gemeinsam Verantwortung übernehmen das es jedem einzelnen von uns gut geht! Da sind wir alle gefragt! Es fällt mir so schwer meinen Zorn, über das was ich im Beitrag über diese Zustände, in diesen Einrichtungen erfahren habe, nicht ins unermässliche ansteigen zu lassen. Und so was geschieht noch heute. Ihr merkt, wie schwer es mir fällt die richtigen Worte dafür zu finden.
Nein, nein, das darf nicht so weitergehen!

Ein selbstbestimmtes Leben führen

Liebe Bloggemeinde,

am 12. und 13. August bin ich in wieder in Hannover.
Diesmal im Café Kleegarten, Kirchröder Str. 54, 30625 Hannover.

Es gibt eine Malperformence mit einer Präsentation ausgewählter Bilder und informativen Gesprächen zu aktuellen Themen wie Handicap, Aspekte der Barrierefreiheit in der Gesellschaft, sich nicht behindern lassen und ein selbstbestimmtes Leben führen,
zu der ich Euch herzlich einlade.
Mit einem Buffet wird für Euer leibliches Wohl gesorgt.

12. August: Beginn um 16 Uhr, Ende offen.
13. August: Beginn um 10 Uhr, Ende gegen 15 Uhr.
Gebt diese Info bitte an Freunde, Bekannte und Interessierte weiter.
Kontakt: sk@siljakorn.de

Inklusionslauf – 2016 in Berlin

Liebe Bloggemeinde,

am 18. Juni 2016 ab 12.00 Uhr veranstalten der Sozialverband Deutschland, der DBSV und der Berliner Leichtathletikverband in Berlin auf dem Tempelhofer Feld den dritten Inklusionslauf.

Das Event soll allen Lauffans mit und ohne Behinderung die Möglichkeit zum Laufen geben: Über 10 km, 5 km und 400 m sowie in einer 4 x 400 m Staffel. Sport kann Menschen verbinden, ob sie ein Handicap haben oder nicht. Daher beteiligt sich der DBSV an dieser Laufveranstaltung. Sie soll auch blinden und sehbehinderten Menschen Spaß am Laufen vermitteln und sehende als Begleitläufer gewinnen.
Für blinde und sehbehinderte Teilnehmende können Begleitläufer vermittelt werden; bei Bedarf schreiben Sie eine Mail an mail@Lauftandem.de.
Zur Anmeldung zum Inklusionslauf und für alle wichtigen Informationen:
www.inklusionslauf.de
Anmeldungen sind auch per E-Mail oder Telefon möglich:
info@Inklusionslauf.de, 030 – 72 62 22 173

Jugendmagazin Sendereihe – “young inclusion”

Liebe Bloggemeinde,

das hier was ich Euch heute poste, finde ich echt cool! TV-Tipp “yoin”

Für alle, die sich im vorweihnachtlichen Stress eine kleine, sehr unterhaltsame Pause gönnen möchten, hier ein wichtiger TV-Programmtipp: Am Samstag, 12. Dezember, 9:30 Uhr, läuft auf SPORT1 die neue Folge des Jugendmagazins “yoin” (Wiederholung Dienstag, 15. Dezember, 15:00 Uhr). Die 18-jährige Kim Denise Hansmann präsentiert aus ihrem Loft wieder junge Themen und trifft coole Leute – egal ob mit oder ohne Behinderung. Im Mittelpunkt stehen deren Interessen und nicht deren Handicaps: Also kein “Betroffenheits-Fernsehen” mehr, sondern ein natürlicher, ja selbstironischer Umgang mit Behinderung! Themen diesmal: Tänzer und Akrobat Dergin Tokmak, Basti&Bautz im Wutraum, Felix nimmt ab, Sängerin Jules
performed, Filmemacher Kilian zu Gast im Studio und vieles mehr. “Also unbedingt dabei sein und einschalten – kultverdächtig!!!”, so abm-medien.

“yoin” – Abkürzung für “young inclusion” – ist die erste Sendereihe Deutschlands überhaupt, die voll inklusiv angeboten wird: Zeitgleich zur TV Ausstrahlung steht der Film in der Mediathek wahlweise mit Untertiteln, Gebärdensprachdolmetscher, Audiodeskription oder mit Erklärungen in Leichter Sprache zur Verfügung.

www.abm-medien.de, Tel 089 / 30 79 92-0