Archiv für den Autor: Silja Korn

IFA 2015

Liebe Bloggemeinde,

für blinde und sehbehinderte Besucherinnen und Besucher der Internationalen Funkausstellung (IFA) gibt es auch in diesem Jahr wieder vier Sonderführungen.

Führung 1: Samstag, 5. September, 10:00 bis 12:00 Uhr
- Miele: Produktneuheiten aus dem Haushaltgerätebereich, Halle 2.1, Stand 101
- Bosch: Produktneuheiten aus dem Haushaltgerätebereich, Halle 3.1, Stand 101
- Grundig: Unterhaltungselektronik sowie Haushaltsgeräte, Halle 23, Stand 101

Führung 2: Samstag, 5. September: 13:00 bis 15:00 Uhr
- De’Longhi: moderne Kaffeeautomaten und andere Küchengeräte, Halle 1.1, Stand 202
- Kärcher: moderne Reinigungsgeräte, Halle 4.1, Stand 213
- iRobot: intelligente Haushaltsroboter (Staubsauger), Halle 6.1, Stand 119

Führung 3: Montag, 7. September, 10:00 bis 12:00 Uhr
- Nespresso: moderne Kaffeeautomaten, Halle 1.1, Stand 102
- Bosch: Produktneuheiten aus dem Haushaltgerätebereich, Halle 3.1, Stand 101
- Sony: stationäre und tragbare Audio- und Kommunikationsgeräte sowie Kopfhörer, Halle 20, Stand 101

Führung 4:Montag, 7. September, 13:00 bis 15:00 Uhr
- De’Longhi: Kaffeeautomaten und andere Küchengeräte, Halle 1.1, Stand 202
- Kärcher: moderne Reinigungsgeräte, Halle 4.1, Stand 213
- 3YOURMIND: Beratung und Datenaufbereitung für 3-D-Drucke, Halle 11.1, Stand 02

Anmeldung: Tel.: 030 895 88-0 oder E-Mail: freizeit@absv.de.

Eintrittskarten: Wir hoffen, dass uns die Messe Berlin für Inhaber der DBSV-Karte wieder rabattierte IFA-Karten zur Verfügung stellt, die in der ABSV-Geschäftsstelle nach telefonischer Voranmeldung erworben werden können. Bitte hinterlassen Sie bei Ihrer Anmeldung Ihre Kontaktdaten, wir informieren Sie, sobald uns die Karten vorliegen.

Treffpunkt: zum Führungsbeginn, also 10:00 bzw. 13:00 Uhr in der Eingangshalle Messeeingang Süd, Jafféstraße am rechten Fahrstuhl hinter der Absperrung. Sie gehen dazu bitte mit Ihrer Eintrittskarte durch die Kontrolle und halten sich dann rechts. Dort werden Sie von den Tourbegleitern der Agentur factory c empfangen, die zur Orientierung auch ein Schild mit der Aufschrift “IFA Guides Tour” hochhalten. Dass auf dem Schild außerdem gebärdende Hände zu sehen sind, sollte Sie bitte nicht irritieren, die Agentur begleitet auch Touren für Gehörlose.

Fahrverbindung: S-Bahn S5 bis Messe-Süd, aus der Innenstadt kommend Richtung Spandau in Fahrtrichtung ganz vorn aussteigen und über die Fußgängerbrücke zum Eingang Süd laufen.

74. Internationales Stadionfest – ISTAF

Liebe Leserinnen und Leser,

beim 74. Internationalen Stadionfest (ISTAF), dem größten Leichtathletikmeeting der Welt, am 6. September im Berliner Olympiastadion verpassen dank der Live-Kommentare auch blinde und sehbehinderte Leichtathletik-Freunde keine Entscheidung und können gemeinsam mit 50.000 Zuschauern die ganz besondere Stadionatmosphäre erleben. Beim ISTAF messen 180 Athleten aus 40 Nationen in 15 Disziplinen ihre Kräfte..

Für blinde und sehbehinderte Fans gibt es 18 Plätze neben der Pressetribüne im Oberring. Die Plätze kosten 9,00 Euro inklusive eines Platzes für eine Begleitperson. Die Tickets und Kopfhörer für die Livekommentare sind ausschließlich beim Veranstalter TOP Sportevents buchbar unter Tel.: 030 301 11 86 66 oder E-Mail: tickets@istaf.de

Urteil über Blindengeld

Liebe Bloggemeinde,

das Bundessozialgericht (BSG) hat am vergangenen Dienstag entschieden, dass auch Menschen mit schwersten Hirnschädigungen, die nicht sehen können, Anspruch auf Blindengeld haben. Anders als bisher entschieden, ist es hierfür nicht mehr erforderlich, dass ihre Beeinträchtigung des Sehvermögens deutlich stärker ausgeprägt ist als die Beeinträchtigung anderer Sinneswahrnehmungen wie zum Beispiel des Hörens oder Tastens.

Die obersten deutschen Sozialrichter haben mit dem aktuellen Urteil nun ihre Rechtsprechung aufgegeben und dem Kläger Blindengeld zugesprochen. Sie sehen sich hierzu einerseits aus “prozessualen” Gründen veranlasst. Vor allem aber beziehen sie sich auf den Aspekt der Gleichbehandlung behinderter Menschen vor dem Gesetz (Grundgesetz Artikel 3). Das BSG kann keinen Grund dafür erkennen, dass zwar derjenige Blindengeld erhalten soll, der “nur” blind ist, nicht aber derjenige, bei dem zusätzlich eine mindestens ebenso gravierende Schädigung anderer Sinnesorgane vorliegt.

Umfrage zur Diskriminierung

Liebe Bloggemeinde,

am 1. September startet die Antidiskriminierungsstelle des Bundes die größte Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen in allen Lebensbereichen, die es je in Deutschland gab. Unter dem Motto “Sie haben es erlebt? Berichten Sie davon!” können sich bis 30. November 2015 alle in Deutschland lebenden Menschen ab 14 Jahre äußern. Egal, ob sie selber diskriminiert wurden, Diskriminierungen beobachtet oder von ihnen gehört haben.

Die Umfrage wird weitestgehend barrierefrei durchgeführt. Es gibt den Fragebogen online oder in Papierform, auf der Webseite in Gebärdensprache und in leichter Sprache. Alle Unterlagen stehen ab dem 1. September auf der Internetseite zur Verfügung:
www.umfrage-diskriminierung.de

Gentherapie bei der Leberschen Blindheit

Liebe Leser,

diese seltene Augenerkrankung beruht auf einem einzigen Gendefekt. Forscher in den USA haben vor Jahren bereits versucht, betroffene Menschen zu heilen, indem sie das defekte Gen durch ein intaktes ersetzten. Offen geblieben war jedoch die Frage, wie weit sich die Sehkraft auf diese Weise wieder herstellen lässt. Strukturen im Gehirn, die für das Sehen zuständig sind, könnten ja durch eine lange Blindheit beschädigt worden sein. Diese Befürchtung ist offenbar unbegründet. Hören Sie dazu einen Beitrag des Südwestrundfunks:

http://pd-ondemand.swr.de/swr2/campus/2015/07/swr2-campus-20150718-02-gentherapie-bei-angeborener-lebers-blindheit.12844s.mp3

Leserlichkeit der Schriften

Liebe Bloggemeinde,

um sehbehinderten Menschen das Lesen von Texten zu erleichtern, kommt es bekanntlich nicht nur auf die Schriftgröße, sondern auch auf die Schriftart an. Die DIN 1450 “Leserlichkeit – Schriften” aus dem Jahr 2013 gibt dazu wichtige Hinweise. In dieser Norm wird u. a. die Schrift Calibri als besser geeignet eingestuft als die bisher häufig genutzten Schriften Arial oder Helvetica.

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV) hat deshalb bundesweit dazu aufgerufen, die Schrift Calibri einmal in verschiedenen Anwendungsbeispielen zu testen und hat dafür verschiedene Dokumente in Calibri, sowie zum Vergleich, in den bisherigen Schriften Arial oder Helvetica bereitgestellt.

Unter : http://www.absv.de/aktuelles/aufruf-zum-schriftvergleich
findet Ihr Pdf-Dateien.

Bitte schickt Eure Erfahrungen zur Lesbarkeit von Calibri bis 31. Oktober 2015 per E-Mail an: v.lenk@dbsv.org

Assistenz – Datenbrille mit ADAMAAS

Liebe Bloggemeinde,

Forscher der Universität Bielefeld wollen ein mobiles Assistenzsystem in Form einer Datenbrille entwickeln, das spezifische Eigenheiten des Anwenders kennt und auf ihn zugeschnittene Hilfe leistet.

Ein Forschungsprojekt der Universität Bielefeld will eine Datenbrille
entwickeln, die selbstständig erkennt, welche Unterstützung der Anwender gerade benötigt, ohne dass er spezialisierte Apps aufrufen müsste. Das ADAMAAS (Adaptive and Mobile Action Assistance in Daily Living Activities) getaufte Projekt soll in Kooperation mit externen Partnern Techniken aus unterschiedlichen Wissensbereichen kombinieren und wird mit 1,2 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Die geplante intelligente Brille soll sich auf Erkenntnisse der
Neuroinformatik stützen, Eye-Tracking-Methoden integrieren, Vitalparameter wie Blutdruck oder Herzfrequenz erfassen sowie Objekte und Aktionen des Brillenträgers erkennen. Auf der Basis der erfassten Daten soll eine Augmented-Reality-Anwendung Handlungsanweisungen in Form von Texten, Bildern oder virtuellen Assistenten in die Brille einblenden – abhängig von der Situation und der jeweiligen Person.

Individuelle Hilfe
Nach einer initialen Anpassung an die kognitiven und körperlichen
Fähigkeiten des Brillentägers soll das AR-System erkennen, wenn er Probleme beim Ausführen einer Handlung hat und ihm auf ihn zugeschnittene Unterstützung zukommen lassen. Das kann je nach Bedarf ein eingeblendeter Text, eine Grafik, ein Video oder ein Avatar sein.

Geplant ist außerdem, dass ADAMAAS kontinuierlich dazu lernt. Die erfassten Daten sollen über eine sichere Verbindung auf einen lokalen Host-Rechner übertragen und dort gespeichert werden. Eine Möglichkeit, das System unter realen Bedingungen zu testen, wollen die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel bieten, deren Schwerpunkt in der Pflege alter und behinderter Menschen liegt. (ka)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Intelligente-Brille-als-individuelles-Assistenzsystem-2735053.html?wt_mc=rss.ho.beitrag.atom

Das ungerechte Blindengeldsystem

Liebe Leserinnen und Leser,

der DBSV setzt sich dafür ein, im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes ein bundeseinheitliches Blindengeld zu schaffen. Wie ungerecht das aktuelle System ist, macht der Verband seit heute mit einem neuen Internetangebot deutlich. Dessen Kernstück ist eine Deutschlandkarte, auf der die Höhe des Blindengeldes in den verschiedenen Bundesländern angezeigt wird. Lesen Sie zu diesem Info-Service die heutige Pressemitteilung des DBSV:
Berlin, 29. Juli 2015. Blindsein ist überall in Deutschland gleich – aber nicht das Blindengeld. Um auf diesen Missstand hinzuweisen, startet der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) heute ein neues Info-Angebot. Unter http://blindengeld.dbsv.org wird deutlich, wie unterschiedlich die einzelnen Bundesländer ihre
Blindengeldleistungen gestalten. So bedeutet zum Beispiel ein Umzug von Hessen nach Thüringen eine Kürzung der monatlichen Unterstützung um mehr als 50 Prozent. „Die deutsche Blindengeldlandschaft ist ein Flickenteppich aus willkürlich zusammengestoppelten Regelungen“, bringt DBSV-Präsidentin Renate Reymann es auf den Punkt.

Das Blindengeld ist die wichtigste Unterstützungsleistung für blinde
Menschen in Deutschland – und doch wurde es landauf landab immer wieder gekürzt und beispielsweise in Niedersachsen für zwei Jahre sogar komplett gestrichen. Auch diese Entwicklung wird auf der Internetseite in übersichtlichen Grafiken gezeigt.

Für Renate Reymann wird aus den zusammengestellten Informationen vor allem eines deutlich: Es besteht dringender Handlungsbedarf. „Eine gerechte, bundesweit einheitliche Lösung ist schlicht und ergreifend überfällig“, so die DBSV-Präsidentin.

Hintergrund: Blindengeld und Blindenhilfe
Das Blindengeld ist eine monatliche Unterstützung für blinde Menschen, ein so genannter „Nachteilsausgleich“. Man braucht es, um Ausgaben zu begleichen, die man aufgrund der Behinderung hat (z. B. um eine Haushaltshilfe zu bezahlen, um Texte in Blindenschrift übertragen oder aufsprechen zu lassen, um sich Hilfsmittel anzuschaffen etc.). Das Blindengeld ist eine freiwillige Leistung des Bundeslandes, in dem man wohnt, und die Höhe des Blindengeldes ist je nach Bundesland sehr unterschiedlich.

Falls man blind und Sozialhilfe-berechtigt ist, bekommt man für seine
behinderungsbedingten Ausgaben 653,96 Euro monatlich. Das Blindengeld wird dann durch die so genannte „Blindenhilfe“ aufgestockt. Dafür muss
Bedürftigkeit nachgewiesen werden, es gelten die Einkommens- und
Vermögensgrenzen der Sozialhilfe. So darf man nicht mehr als 2.600 Euro ansparen, weder Bausparvertrag noch Lebensversicherung besitzen und neben den Kosten für „eine angemessene Unterkunft“ nicht mehr als 798 Euro verdienen. Auch Einkommen und Vermögen des Partners werden herangezogen.

http://blindengeld.dbsv.org

Braille Smartwatch Armbanduhr

Liebe Bloggemeinde,

eine super Armbanduhr kommt bald auf dem Markt.
Hier die Info:
“Dot” ist eine Armbanduhr (Smartwatch) mit einem vierstelligen
Brailledisplay mit jeweils 6 Punkten. Bis zu einer 100 Sekunde
Ablesegenauigkeit. Betriebszeit bis zu 5 Tagen. Im Dezember 2015 soll die Uhr in den USA zu einem Preis von unter 300 $ auf den Markt kommen.
Bild und weitere Einzelheiten unter:
http://www.ubergizmo.com/2015/07/dot-braille-smartwatch-visually-impaired/