Schlagwort-Archiv: Schrift

Erinnerung an Louis Braille

Liebe Bloggemeinde,

am 4. Januar ist der Geburtstag von Louis Braille, der 1825 im Alter von 16 Jahren die Brailleschrift erfunden hat. Die auf sechs Punkten basierende und nach ihrem Erfinder benannte Schrift hat blinden Menschen auf der ganzen Welt den Zugang zur Bildung ermöglicht. Die Weltblindenunion (WBU) hat 2001 den 4. Januar zu Ehren von Louis Braille zum Welt-Braille-Tag erklärt.

Die Brailleschrift ist nach wie vor aktuell. Selbst für die Arbeit am Computer konnte sie adaptiert werden. Eine Auswahl moderner Braillezeilen haben wir auf unserer letzten Hilfsmittelausstellung vorgestellt.

Wir unterstützen unsere Mitglieder sowie Institutionen mit der Erstellung von Brailledrucken und haben Hilfsmittel für alle, die die Brailleschrift lernen möchten. Für Kinder und Familien haben wir in unserer Bibliothek ein großes Angebot an Büchern mit Braille­schrift und tastbaren Bildern.

Möchten Sie blinden- und sehbehindertengerechte Kinderbücher oder Spiele kostenfrei ausleihen? Kontaktieren Sie bitte Julia Naujokat.
Tel. 030 895 88-193, E-Mail: bibliothek@absv.de
Quelle: ABSV
——

Sind technische Hilfsmittel ein Ersatz für die Blindenschrift?
Louis Braille (1809-1852) gilt als Erfinder der Blindenschrift. Heutzutage behelfen sich blinde und sehbehinderte Menschen mit Apps und Vorlesefunktionen, die das Leben erleichtern. Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB) beschäftigt sich unter anderem damit, Dokumente, Texte und Zeichnungen in barrierefreie, blinden- und sehbehindertengerechte Formate umzusetzen.

Als Jugendlicher beschäftigte Braille sich damit, ein System mit Hilfe von sechs Punkten zu entwickeln, um das ganze Alphabet darzustellen. Eine großartige Erfindung, die blinde Menschen geschriebenes ertasten lässt. Die Technik ist über die Zeit weit vorangeschritten, und so gibt es Apps, die den Alltag von blinden und sehbehinderten Menschen vereinfachen. Beispielsweise kann beim Lebensmitteleinkauf ein Handy den QR-Code eines Produktes scannen, und dem Einkaufenden Auskunft über die Inhaltsstoffe geben. Da es so gut wie keine Produktkennzeichnung in Braille gibt, ist dies eine große Erleichterung. Aber es gibt Bereiche, in denen die Brailleschrift nach wie vor ihre Berechtigung hat. Berufstätigen blinden Menschen wird die Möglichkeit eröffnet, am PC mithilfe eines tastbaren Braille-Displays zu arbeiten.
Auf die Frage, ob Künstliche Intelligenz die Brailleschrift ersetzen kann, äußert sich Dr. Aleksander Pavkovic, Mitglied des siebenköpfigen Brailleschriftkomitees der deutschsprachigen Länder: “Nein, ganz im Gegenteil. Blinde Menschen können mithilfe des Braille Displays am Computer arbeiten. Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung Inklusion am Arbeitsplatz”, erklärt Aleksander Pavkovic. “Eine Vorlese- oder Diktierfunktion alleine kann das nicht leisten.” Pavkovic ist seit Geburt an blind und ist beim BBSB auch als Berater für digitale Barrierefreiheit tätig.
Erfahrungsgemäß erlernen Kinder die Brailleschrift leichter als Erwachsene. “Aus diesem Grund ist es für die Entwicklung der blinden und sehbehinderten Kinder immens wichtig, dass sie von Kindesbeinen an Braille lernen. Nur so kann ihre Zukunft gesichert werden, um Teilhabe am Leben zu erfahren”, erklärt Steffen Erzgraber, Landesgeschäftsführer beim BBSB e.V. Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass Lesen die Rechtschreibung fördert. Flüssiges Lesen ist die Voraussetzung für ein gutes Textverständnis. Wer zügig und schnell lesen kann, versteht besser was er liest, da das Gehirn nicht mit Lesen beschäftigt ist. Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. unterstützt blinde und sehbehinderte Menschen in vielen Belangen des Lebens und setzt sich für Inklusion ein. Neben vielen Beratungsangeboten für Betroffene bietet der BBSB über 1.500 Veröffentlichungen in Blindenschrift, als Großdruck oder Hörbuch, Fortsetzungsromane, Zeitschriften und Fachliteratur. Informationen unter bit-bestellservice@bbsb.org .

Pressekontakt
Gundhild Heigl
Leitung Öffentlichkeitsarbeit & Fundraising
E-Mail: gundhild.heigl@bbsb.org
Telefon: 0 89 55 9 88 424

Quelle: BBSB-Inform

Briefe in Brailleschrift versenden

Liebe Bloggemeinde,

der klassische Brief, auf Papier geschrieben, ist durch die Digitalisierung eher selten geworden.
Jedoch freut sich jede/r über einen Brief. ;-)

Möchtest Du einem blinden Menschen einen Brief in Blindenschrift in Papierform senden?
Geht nicht, weil Du keine Brailleschrift kannst und keine Prägemaschine hast?

Bei blindenbrief.de geht das trotzdem.
Einfach diese Seite aufrufen, Absender und Empfänger eintragen,
Kurz- oder Vollschrift auswählen,
den Text (maximal 3000 Zeichen) einfügen und “abc” in des Spamschutzfeld eintragen.
Dann auf “Braillepost versenden” klicken
und Dein Brief wird per Post an die blinde Person gesendet.
Probiere es aus! Es funktioniert und ist sogar kostenlos.

Mit zehn Fingern sicher am Computer – Brailleschrift Zertifikat

Liebe Bloggemeinde,

mit allen zehn Fingern die Tastatur sicher zu bedienen – das ist für blinde Menschen Voraussetzung für den Umgang mit dem Computer. Drei Kurseinheiten im Aura-Hotel Boltenhagen, verteilt über das Jahr 2018, vermitteln diese Fertigkeit. Weitere Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene behandeln den Umgang mit Windows und Internet mit der von vielen blinden Menschen genutzten Benutzeroberfläche “JAWS”. Auskunft: Aura Hotel “Ostseeperlen” Boltenhagen, Tel. 038825 3700, E-Mail-Adresse:
ostseeperlen@t-online.de.

Brailleschrift lernen bis zum Zertifikat
Als immer noch aktuellen Beitrag zu einem selbständigen Leben verstehen viele blinde Menschen die Brailleschrift. Auch im kommenden Jahr kann man sie im Aura-Hotel Boltenhagen wieder erlernen. Eine Kurswoche vom 28. Januar bis 2. Februar genügt für die Grundzüge der Vollschrift, in vier weiteren Abschnitten kann man die Kurzschrift bis zum zertifizierten Abschluss üben. Kursleiterin Lydia Barkhau informiert unter Tel. 038203 62993 (abends) oder 038203 62029 bzw. unter der E-Mail-Adresse:
lydia.barkhau@online.de .

Design für sehbehinderte und sehende Menschen

Liebe Leserinnen und Leser,

“Sehbehindertengerechtes Design” – da denkt man nicht unbedingt an attraktive Gestaltung. Das DBSV-Projekt “Inklusives Design” will beweisen, dass Kommunikationsdesign sehbehindertengerecht und zugleich ansprechend für sehende Menschen sein kann. Heute startet die Plattform leserlich.info mit praxistauglichen Empfehlungen für die Gestaltung von Printprodukten und Webseiten. Lesen Sie dazu Auszüge einer Pressemitteilung des DBSV:

Kommunikation ist die Voraussetzung dafür, sich in der Welt zurechtzufinden und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Freier Zugang zu Informationen ist daher auch eine zentrale Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention, die 2009 in Kraft trat. In Deutschland leben nach WHO-Zahlen rund eine Million sehbehinderte Menschen, die selbst mit Sehhilfen über weniger als 30 Prozent des normalen Sehvermögens verfügen. Hinweise zu lesbarer Gestaltung finden sich verstreut in der Fachliteratur und anderen Quellen, insbesondere in der DIN 1450 zur Leserlichkeit von Schrift. “Normen sind für Designer jedoch regelrechte Kreativitäts-Killer!”, so Professor Florian Adler, der beim Projekt “Inklusives Design” die Federführung hatte.

Der DBSV hat deshalb Designer, Experten für Barrierefreiheit und Vertreter verschiedener Augenerkrankungen an einen Tisch gebracht. Heute werden die Ergebnisse auf der neuen Online-Plattform www.leserlich.info veröffentlicht. In anderthalb Jahren Projektarbeit ist eine praxisnahe Arbeitshilfe für Profi-Gestalter und interessierte Laien entstanden. Beste Beispiele dafür sind der Schriftgrößenrechner und der Kontrastrechner, mit denen konkrete Maße und Farbwerte für den jeweiligen Einsatz errechnet werden können.

Das Projekt “Inklusives Design” läuft bis Ende Juni 2017 und wird von der Aktion Mensch gefördert. Weitere Unterstützer sind adlerschmidt, MSD und Santhera (Germany). Die Grundlagenarbeit zur Projektentwicklung hat Novartis unterstützt. Verwendete Schrift: Neue Frutiger 1450 mit freundlicher Unterstützung von Monotype.

Redaktion: Andreas Bethke (V.i.S.d.P.), Irene Klein, Volker Lenk
Anschrift:
Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)
Rungestraße 19, 10179 Berlin
Tel.: (030) 28 53 87 0 Fax: (030) 28 53 87 200
E-Mail: info@dbsv.org
www.dbsv.org

Leserlichkeit der Schriften

Liebe Bloggemeinde,

um sehbehinderten Menschen das Lesen von Texten zu erleichtern, kommt es bekanntlich nicht nur auf die Schriftgröße, sondern auch auf die Schriftart an. Die DIN 1450 “Leserlichkeit – Schriften” aus dem Jahr 2013 gibt dazu wichtige Hinweise. In dieser Norm wird u. a. die Schrift Calibri als besser geeignet eingestuft als die bisher häufig genutzten Schriften Arial oder Helvetica.

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV) hat deshalb bundesweit dazu aufgerufen, die Schrift Calibri einmal in verschiedenen Anwendungsbeispielen zu testen und hat dafür verschiedene Dokumente in Calibri, sowie zum Vergleich, in den bisherigen Schriften Arial oder Helvetica bereitgestellt.

Unter : http://www.absv.de/aktuelles/aufruf-zum-schriftvergleich
findet Ihr Pdf-Dateien.

Bitte schickt Eure Erfahrungen zur Lesbarkeit von Calibri bis 31. Oktober 2015 per E-Mail an: v.lenk@dbsv.org