Archiv für den Autor: Silja Korn

Sexualstrafrechtsreform Neuregelungen

Liebe Bloggemeinde,
im Bundesgesetzblatt das neue Sexualstrafrecht veröffentlicht, das in Kraft ist.
Einige, besonders für Mädchen und Frauen mit Behinderung relevante Änderungen:
Mit der Reform wurde, nach hartnäckigem Bemühen der Interessensvertretungen der Mädchen und Frauen mit Behinderung in Zusammenarbeit mit den Frauenverbänden, nun endlich eine Gleichstellung des Schutzes von Mädchen und Frauen mit und ohne Behinderung beschlossen. Denn der Missbrauch widerstandsunfähiger Menschen wird künftig nicht mehr niedriger bestraft als der Missbrauch von Personen, die sich wehren können.

Der § 179 StGB ‚Sexueller Missbrauch widerstandsunfähiger Personen’ wurde abgeschafft.

In einem neuen § 177 ‘Sexueller Übergriff; sexuelle Nötigung; Vergewaltigung’ werden nun alle Tathandlungen des sexuellen Übergriffs in einer Vorschrift erfasst, die sowohl für Menschen mit als auch ohne Behinderung gleichermaßen zur Anwendungen kommt.

Zwei weitere Meilensteine der Reform:
Der Grundsatz „Nein heißt Nein!” wurde eingeführt. Dies bedeutet, dass künftig ein „Nein” ausreicht, damit sexualisierte Gewalt bestraft werden kann.

Zudem erhalten Menschen, die aufgrund ihres körperlichen oder psychischen Zustands nicht uneingeschränkt ihren Willen bilden oder äußern können, durch die Reform des Sexualstrafrechts den nötigen, besonderen Schutz, denn in diesem Fall muss sich ihr Gegenüber der ausdrücklichen Zustimmung für die sexuelle Handlung versichern. Nutzt der Täter oder die Täterin aus, dass die Person nicht in der Lage ist, einen entgegenstehenden Willen zu bilden oder zu äußern, kann dies zu einem höheren Strafmaß führen.
Das Änderungsgesetz hier als PDF

Fachveranstaltung – Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht

Liebe Bloggemeinde,

der Deutsche Behindertenrat (DBR) lädt unter dem Motto „Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht” alle Fachleute sowie alle an Lösungen zur Barrierefreiheit interessierten Menschen zu einer Veranstaltung anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen ein. Im DBR haben sich alle wichtigen Organisationen behinderter und chronisch kranker Menschen, darunter der DBSV, zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen, das mehr als 2,5 Millionen Betroffene in Deutschland repräsentiert.

Termin: Mittwoch, 30. November 2016, 11:00 bis 17:00 Uhr
Ort: VKU-Forum, Invalidenstr. 91, 10115 Berlin, www.vku-forum.de

Anfahrt: von Berlin-Hauptbahnhof: Tram M5, M8, M10, Bus 123, 142, 147, 245 bis Haltestelle „Invalidenpark”

Programm:
10:15 Uhr: Einlass
11:00 Uhr: Ulrike Mascher, Sprecherratsvorsitzende des Deutschen Behindertenrats (DBR), Begrüßung und Einführung
11:15 Uhr: Gabriele Lösekrug-Möller, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales „Weiterentwicklung des Behindertengleichstellungsgesetzes aus Sicht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales”
11:40 Uhr: Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung „Barrierefreiheit im privaten Bereich möglich machen!”
11:55 Uhr: Dr. Hansjörg Hofer, Leiter der Gruppe IV/A Integration von Menschen mit Behinderung, Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, Wien „Österreich hat das Wort: Diskriminierungsschutz im Alltag – Was das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz für die Barrierefreiheit im täglichen Leben leistet”
13:00 Uhr: Mittagsimbiss
14:00 Uhr: Musik: „Ich mach das mit links” – Graf Fidi, Rapper aus Berlin
14:15 Uhr: Podiumsdiskussion: „Barrierefreiheit für Kunden – Chance und Herausforderung für die Wirtschaft” unter Beteiligung von:
- Andreas G. Lämmel, MdB, CDU/CSU, Obmann im Ausschuss für Wirtschaft und Energie
- Dr. Hans-Joachim Schabedoth, MdB, SPD, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie
- Michael Schlecht, MdB, DIE LINKE, wirtschaftspolitischer Sprecher, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie
- Dr. Thomas Gambke, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, Mittelstandsbeauftragter, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie und im Finanzausschuss
- Dr. Volker Sieger, Leiter der Bundesfachstelle Barrierefreiheit
- Dr. Christoph Kainz, Wirtschaftskammer Österreich, Bundessparte Industrie – Arbeitgeberabteilung, Wien
- Dr. Hansjörg Hofer, Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, Wien
16:15 Uhr: Volker Langguth-Wasem, DBR-Sprecherratsvorsitzender 2017 „Behindertenpolitische Forderungen des DBR”
16:45 Uhr: Staffelstabübergabe an das DBR-Sekretariat 2017

Moderation: Hans-Günter Heiden

Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben.
Die Kosten für die angebotene Verpflegung übernimmt der Veranstalter.

Anmeldung: Deutscher Behindertenrat (DBR), E-Mail: dbr@vdk.de

Regelbuch zur leichten Sprache

Liebe Bloggemeinde,

ein Regelbuch zur leichten Sprache ist erschienen
Das Regelbuch zur Leichten Sprache von der Forschungsstelle Leichte
Sprache der Uni Hildesheim steht im Internet kostenlos zur Verfügung.

Die Internetadresse lautet:

https://www.uni-hildesheim.de/media/fb3/uebersetzungswissenschaft/Leichte_Sprache_Seite/Publikationen/Regelbuch_komplett.pdf

Greta&Starks – November 2016

Liebe Greta- AnwenderInnen,

damals war alles besser? Von wegen! Diese Woche startet Radio Heimat in den Kinos und zeigt dir, wie es als Teenager in den 80er war. Es war laut und romantisch und garantiert witzig. Außerdem haben wir wieder tolle internationale Produktionen von Disney in unserem Filmangebot: Tini – Violettas Zukunft und Dr. Strange sind jetzt in allen Kinosälen mit Greta zugänglich. Also schnapp dir dein Smartphone und nichts wie auf ins nächste Kino für einen phantastisches Filmabenteuer.

Aktuell im Kino:
Radio Heimat, Tini – Violettas Zukunft, Dr. Strange, Soy Nero, Peter Handke – Bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte, Willkommen bei den Hartmanns, Kubo – Der tapfere Samurai, Ouija 2, Burg Schreckenstein, Das kalte Herz, American Honey, Welcome to Norway, Findet Dorie, Unsere Zeit ist jetzt, Frantz, Die letzte Sau, Nebel im August, 24 Wochen, Tschick, u.v.m.

Demnächst im Kino: Sing, Nocturnal Animals, Shot in the Dark u.v.m.

Gut zu wissen: Partnerkino direkt in deiner Nähe finden
Greta funktioniert in jedem Kino, in jedem Saal, in jeder Vorstellung auch im Open-Air-Kino. Wir haben aber auch eine Karte aller Kinos, die sich aktiv für Inklusives Kino einsetzen z. B. in Form von Einführungsveranstaltungen, Pressemeldungen und mehr. In jedem dieser Kinos steht das Team dir bei Fragen zur Verfügung. Diese Partnerkinos sind nämlich Kinos, die sich besonders für gemeinsamen Kinospaß einsetzen. Finde ein Partnerkino in deiner Nähe. Oder nenne uns das Kino in deiner Nähe, das Partnerkino werden soll.

Nichts mehr verpassen: Die neuesten Informationen rund um Greta und die aktuellen Filme findest du auch bei Facebook, Twitter oder auf unserer Homepage.

Hast du noch weitere Fragen oder Anregungen? Kontaktiere uns gleich, wir helfen dir gerne weiter!

Freundliche Grüße,

Dein Greta & Starks Team
www.gretaundstarks.de

Musik- und Tanzworkshop, Chorprojekt

Liebe Bloggemeinde,

Start eines Inklusiven Chorprojekt für 13 bis 27-jährige am 26.11.2016 in München

Mit Unterstützung des AK Jugend des BBSB e. V. möchte die MIKADO Jugendarbeit, die Teil des InitiativGruppe – Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V. (IG) München ist, einen inklusiven Chor für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 13 bis 27 Jahren ins Leben rufen. Zu diesem Zweck findet am Samstag, den 26. November 2016, von 11:00 bis 15:00 Uhr ein Kick-Off-Workshop statt, der zum Kennenlernen und erstmaligen Austausch dient.

Die Organisatoren finden das Projekt für blinde und sehbehinderte Jugendliche interessant weil:
- Jugendgerechte Altersgruppe und Austausch mit jungen Leuten mit und ohne Behinderung
- Materialien werden auf Wunsch in Großdruck oder Punktschrift zur Verfügung gestellt
- Der Veranstaltungsort liegt im Herzen Münchens (Karlstr.), direkt an der U-Bahn-Haltestelle Königsplatz
- Bei passender Nachfrage und Nutzung des Angebots regelmäßige Proben und Treffen zum Singen, (Kennen)Lernen, Austauschen und Spaß haben bis hin zu möglichen Auftritten
- Die Teilnahme ist kostenlos, auch alle Zusatzkosten für behindertengerechte Materialien werden durch die Fördermittel abgedeckt
- Profi-Vorkenntnisse in Sachen Musik oder Gesang nicht unbedingt notwendig

Interesse geweckt? Dann melden bitte bis spätestens Dienstag, 8. November 2016, bei Tobias Michl per Mail an Mailto:tobias.michl@bbsb.org
Um besser planen zu können, werden folgende Angaben benötigt:
• Name und Alter
• Blind oder sehbehindert?
• Materialien in Normaldruck, vergrößert, Punktschrift in Voll- oder Kurzschrift?
• Hilfe bei der An- und Abreise (z. B. Abholung von der U-Bahn-Station „Königsplatz“) Ja / Nein?
• Kurze, formlose aber schriftliche Einverständniserklärung bei Minderjährigen (z. B. per E-Mail)
• Eigene wichtige Infos.

Kontaktpersonen
Karoline Morales Avilés
IG InitiativGruppe – Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V.
MIKADO – Jugendkultur und Bildung
Karlstr. 44
80333 München
Telefon 0 89 – 54 46 71 72
Fax 0 89 – 54 46 71 77
Mailto:k.morales@initiativgruppe.de oder ig@initiativgruppe.de
Internet: www.initiativgruppe.de

Tobias Michl
Arbeitskreis Jugend und Ausbildung
Referent für Jugend und Ausbildung
Bayerischer Blinden- und
Sehbehindertenbund e.V.
Arnulfstr. 22
80335 München
Telefon 0 89 – 23 76 74 44
Mailto:tobias.michl@bbsb.org
Internet: www.jugend.bbsb.org

Musik- und Tanzworkshop für Kinder am 11.03.2017 in München

Der BBSB lädt zum Musik- und Tanz-Workshop sehbehinderte und blinde Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren ein. Es sind auch sehende Kinder eingeladen, die blinde Eltern oder Geschwister haben. Die beiden Referentinnen, Rosa Maria Dotzler und Janina Rubin, werden mit den Teilnehmern folgende musikalische Aktivitäten durchführen:

- Singen von Liedern
- Begleiten der Lieder mit Percussion-Instrumenten
- Chorsingen (klassisch und modern)
- Kreistänze
- Body-Percussion

Am 11. März werden wir wieder Singen und Tanzen miteinander verbinden und auch mitgebrachte Instrumente mit einbeziehen. Das genaue Programm wird nach Absprache auf die Teilnehmer abgestimmt. Um ca. 16:00 Uhr gibt’s für Eltern und Interessierte wieder eine kleine Vorführung der erarbeiteten Musikstücke und Tänze.

Der Workshop findet am 11. März 2017 von 9:30 Uhr bis 17:00 Uhr in den Räumen des BBSB, Arnulfstraße 22, 80335 München, statt.
Die Teilnahmekosten betragen 20 €.
Die Anreise- und Verpflegungskosten sind von den Teilnehmern selbst zu tragen.

Anmeldungen zu dieser Veranstaltung richten Sie am Besten bis zum 11.
Februar 2017 an Rosa Maria Dotzler
Telefon: 0 36 41 – 21 94 62
Mailto:R.M.Dotzler@online.de

Bitte geben Sie bei der Anmeldung Folgendes an:
- Vorname des Teilnehmers
- Nachname des Teilnehmers
- Anschrift
- Telefonnummer (Festnetz und Mobil)
- E-Mail (wenn möglich)
- Geburtsdatum des Teilnehmers

Für weitere Fragen ist Frau Dotzler telefonisch zu erreichen unter:
0 36 41 – 21 94 62.

Bundesteilhabegesetz verweigert sehbehinderten Menschen die Unterstützung

Liebe Bloggemeinde,

das Bundesteilhabegesetz ist angetreten, um mehr Teilhabe für behinderte Menschen zu ermöglichen. Stattdessen soll nun sehbehinderten Menschen Unterstützung verweigert werden. Lesen Sie dazu die folgende DBSV-Pressemitteilung von heute:

Nicht behindert genug fürs Studium

Berlin, 24. Oktober 2016. Am 7. November 2016 findet die Anhörung zum Bundesteilhabegesetz statt. Aus diesem Anlass weist der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) darauf hin, dass sehbehinderte Menschen durch die geplanten Regelungen massiv schlechter gestellt werden.

Im Moment haben sehbehinderte Menschen mit einem Sehvermögen von bis zu 30 Prozent grundsätzlich Anspruch auf Eingliederungshilfe, sie dürfen also beispielsweise Hilfsmittel oder Vorlesekräfte fürs Studium beantragen. Der Gesetzentwurf des Teilhabegesetzes sieht jedoch vor, dass nur noch derjenige Leistungen erhält, der eine sogenannte “erhebliche Teilhabeeinschränkung” hat. Bevor über den eigentlichen Antrag auf Eingliederungshilfe entschieden wird, ist erst einmal der Nachweis zu erbringen, dass man in mindestens fünf von neun Lebensbereichen nicht allein zurechtkommt, also auf ständige personelle oder technische Hilfe angewiesen ist. Zu den Lebensbereichen gehören unter anderem Selbstversorgung (Waschen, Anziehen, Essen etc.), häusliches Leben (Einkaufen oder Wohnung putzen), Mobilität und die Pflege der Beziehungen zu anderen Menschen. “Viele sehbehinderte Menschen fallen damit aus dem System”, konstatiert DBSV-Präsidentin Renate Reymann.

Dies wird am Beispiel von Sebastian T. deutlich. Der 24-jährige hat ein Sehvermögen von 20 bis 25 Prozent und studiert technische Informatik. Wegen seiner Sehbehinderung wird ihm eine Studienassistenz finanziert, die beispielsweise in Vorlesungen erklärt, was an die Wand projiziert wird. Ohne Assistenz wäre es ihm unmöglich, dem Unterricht zu folgen. Sein Problem: “Im Alltag komme ich gut zurecht. Ständige Unterstützung brauche ich ausschließlich im Studium – und nicht etwa in vier weiteren Bereichen, wie es in den Regelungen des neuen Bundesteilhabegesetzes vorgesehen ist, um Unterstützung zu erhalten. Das bedeutet, ich müsste meine Assistenz, wenn das Gesetz unverändert in Kraft tritt, selbst bezahlen, weil ich dann nicht mehr als ‘behindert genug’ angesehen würde. Von den 450 Euro BAföG, die mir im Monat zur Verfügung stehen, könnte ich mir das nicht leisten.”

Sebastian T. ist leider kein Einzelfall. Renate Reymann sieht nun die Bundesregierung in der Pflicht: “Es kann nicht sein, dass aufgrund einer unausgegorenen Regelung viele sehbehinderte Menschen massiv schlechter gestellt werden als bisher. Der Zugang zur Eingliederungshilfe ist nur einer von vielen Punkten, an denen das Bundesteilhabegesetz dringend nachgebessert werden muss.”

+++ DBSV-Aktion am 7. November vor dem Reichstagsgebäude +++

Blinde und sehbehinderte Menschen dürfen nicht zu den Verlierern des Teilhabegesetzes werden!

- Aktion aus Anlass der Anhörung zum Bundesteilhabegesetz
- Ort: Berlin, vor dem Reichstagsgebäude (Westseite/Platz der Republik)
- Zeit: Montag, 7. November 2016, 10:30-12:00 Uhr
Mehr Infos unter http://bthg.dbsv.org

Wie hört sich ein freier Weg oder eine Wand in nächster Nähe an?

Liebe Leser,
in weiter Entfernung sind Bäume und Sträucher, vor uns ist der Weg frei. Auf der anderen Seite sind auch Bäume und Sträucher. So erklickt sich der 12jährige Dennis seine Umgebung.

Bei der Anwendung der Klicksonar Technik geht es darum, ein besseres Verständnis für die Umgebung zu erhalten, sagt der blinde Trainer, Juan Ruiz. Er erlernte die Technik mit 12 Jahren und nutzt sie heute in allen Lebenslagen. Für sich hat er festgestellt, dass er mit dieser Technik wesentlich besser mit seiner Umwelt interagieren kann.
In Seminaren vermittelt Ruiz in ganz Europa sein Wissen an andere blinde und sehbehinderte Menschen.
So auch beim Seminar des Arbeitskreis Eltern des BBSB e. V. vom 30. September bis 3. Oktober diesen Jahres.

Mit einem lauten Schrei vermittelt Joan eindrucksvoll, wie seine Stimme von den Felsen rund um die Gruppe wiedergegeben wird. Allen wird deutlich, dass wir häufig die Echoortung nutzen, ohne uns dessen wirklich bewusst zu sein.

Mit dem Klicken kann ich meine Umgebung besser Wahrnehmen und Entfernungen abschätzen sagt Freni, die zum 2. Mal an einem Seminar teilnahm. Ohne den Blindenstock dazu, so Freni, geht es aber nicht. Denn mit dem Stock erkenne ich Hindernisse am Boden wie beispielsweise Wurzeln oder Schwellen. Anfänglich dauerte es etwas, bis Freni die Technik in den Alltag übernahm. Heute wird, so Frenis Mutter, wenn Freni mit dem Stock nicht mehr weiterkommt, geklickt.

Die Eltern hoffen, dass ihre Kinder durch das erlernen und Anwenden der Klicksonar Technik noch mehr Selbständigkeit erlangen. Sie wissen, dass dafür regelmäßiges Training und natürlich die praktische Anwendung wichtig sind.
Deshalb sind sie sehr froh darüber, dass der BBSB ihnen und ihren Kindern wieder ein Seminar angeboten hat und hoffen auf Wiederholung.

Klicksonar ist eine völlig natürliche Methode, die eine bereits bei jedem Menschen angelegte Fähigkeit der Wahrnehmung fördert und nutzt. Durch ein Schnalzen mit der Zunge, wird die Umgebung akustisch erkundet. Bekannt ist das Phänomen seit mindestens 100 Jahren. Geforscht wird international seit etwa 60 Jahren. In der Lehre praktiziert und ausführlich dokumentiert, wird Klicksonar von Daniel Kish in den USA seit etwa 20 Jahren.

Ein Bericht über Klicksonar auf meiner Seite

Wie Sie Blindenführhunde und ihre Halter unterstützen können

Liebe Bloggemeinde,

im Oktober 1916 übergab der Deutsche Verein für Sanitätshunde den ersten systematisch ausgebildeten Blindenführhund an den Kriegsblinden Paul Feyen. Anlässlich des Jubiläums weist die Informationskampagne “Woche des Sehens” darauf hin, wie man durch umsichtiges Verhalten Blindenführhunde und ihre Halter unterstützen kann.

Es ist faszinierend, einen blinden Menschen mit seinem Führhund zu beobachten. Zielsicher gehen beide durch den dichtesten Verkehr, überqueren Straßen und suchen Geschäfte auf. Es sieht spielerisch leicht aus, bedeutet aber äußerste Konzentration für Hund und Halter.
Der Halter muss den Bewegungen des Hundes, die er über das Führgeschirr vermittelt bekommt, folgen und dem Hund die notwendigen Signale geben.
Der Hund muss abgestellten Fahrrädern, Einkaufstaschen, Blumenkübeln und Passanten ausweichen, dabei darauf achten, dass sich der blinde oder hochgradig sehbehinderte Mensch nicht an herabhängenden Markisen stößt, und Gefahren wie Treppen oder Absätze anzeigen. Auf Hörzeichen muss er Treppen und Türen, Ampeln, Zebrastreifen und freie Sitzplätze finden, sich aber dem Hörzeichen zum Gehen widersetzen, wenn beispielsweise die zu überquerende Straße nicht frei ist.

Hier die drei wichtigsten Regeln, um Hund und Halter die konzentrierte Zusammenarbeit zu erleichtern.

Nicht ablenken!
Behindern Sie den Führhund nicht durch Anstarren oder Ansprechen und locken Sie ihn nicht an. Vermeiden Sie, dass andere Hunde dem Führgespann – Mensch und Tier – zu nahe kommen, da dem Führhund während seines Dienstes keine Sozialkontakte erlaubt sind.

Nicht anfassen!
Sprechen Sie den Halter an, wenn Sie Hilfe anbieten wollen. Unvermitteltes Berühren oder Greifen nach Führbügel oder Halsband wirken verunsichernd.

Zutritt gewähren!
Blinde Menschen sind auf ihre Führhunde angewiesen. Ermöglichen Sie ihnen mit ihren Führhunden den Zutritt auch dort, wo Hunde sonst nicht zugelassen sind, und zeigen Sie Verständnis, wenn Sie an solchen Orten Blindenführhunde antreffen.

Die drei Regeln wurden dem Faltblatt “Der Blindenführhund – Assistenz auf vier Pfoten” entnommen. Das Faltblatt zum Download, weitere Verhaltensregeln und Informationen finden Sie unter www.woche-des-sehens.de/blindenfuehrhunde

Blindenführhunde damals und jetzt

Im Ersten Weltkrieg wurden Blindenführhunde vor allem an erblindete Soldaten übergeben, aber in den folgenden Jahren profitierten zunehmend Zivilblinde von den “Helfern auf vier Pfoten”. Das fand auch im Ausland viel Beachtung und die Idee der systematischen und institutionellen Ausbildung von Führhunden führte zu Neugründungen von Schulen in der Schweiz, in England und den USA. Seitdem verlassen sich weltweit blinde und sehbehinderte Menschen auf die Führleistungen ihrer Hunde.
Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) würdigt das Jubiläum im Jahr 2016 mit einer Wanderausstellung, einem Sachbuch, einer Resolution und einem Treffen von Führhundhaltern aus ganz Deutschland. Die Aktivitäten werden gefördert durch die Aktion Mensch. Historische Fakten und Infos rund um das Führhundjubiläum unter http://4-pfoten.dbsv.org

Forschungsprojekt Modus Braille – Universität Regensburg

Liebe Leser,

im Rahmen des Forschungsprojektes Musikalische Kommunikation: Modus Braille werden die Musikalität und Musizierpraxis blinder und sehbehinderter Menschen untersucht.
Das Projekt ist an die Universität Regensburg sowie die Deutsche Zentralbücherei für Blinde Leipzig angegliedert.

Es wurde ein Fragebogen entwickelt, den Sie unter dem Emailkontakt braillemusic@jbally.de erhalten können. Weitere Informationen erhalten sie auch unter der Rufnummer
02 28 – 92 97 39 35.
Die Beantwortung der Fragen wird durchschnittlich 30 Minuten dauern.
Einsendeschluss ist der 30. November.

Mit dem Ausfüllen des Fragebogens helfen Sie nicht nur bei der wissenschaftlichen Arbeit, sondern Sie liefern mit ihren Antworten wertvolle Informationen, um die Bedingungen für blinde und sehbehinderte Musikerinnen und Musiker zu verbessern.

Mailingliste zum Thema elektronische Hilfsmittel für sehbehinderte Menschen

Liebe Leser,

es gibt viele Mailinglisten, die sich mit elektronischen Hilfsmitteln befassen. Meistens geht es hier um Hilfsmittel für Blinde. Die Belange von sehbehinderten Nutzern spielen – wenn überhaupt – nur eine untergeordnete Rolle.

Herr Sebastian Eckardt, Referent für elektronische Hilfsmittel für sehbehinderte Menschen im BBSB möchte hier Abhilfe schaffen und hat deshalb die Mailingliste E-Sehhilfen eingerichtet.
In dieser Mailingliste geht es ausschließlich um für sehbehinderte relevante Themen. Egal ob Vergrößerung am PC, Notebook, Tablet, Smartphone usw..

Erlaubt sind:
- sehbehindertengerechten Anpassung der Oberfläche des Betriebssystems,
- Vergrößerungssoftware, egal ob PC oder Smartphone,
- eBook Reader,
- digitale Fotografie,
- Elektronische vergrößernde Sehhilfen wie elektronische Lupen oder Bildschirmlesegeräte,
- und sonstige für Sehbehinderte gut bedienbare Geräte.

Ausgeschlossen sind:
- Screenreader und Sprachausgaben, sofern sie nicht in Kombination mit Vergrößerungssoftware benutzt werden. Für allgemeine Informationen zu Screenreadern bitte ich die allgemeinen Listen zu nutzen.
- Allgemeine Fragen zu Programmen (z.B. Windows, Office etc.)

Die Vorstellung neuer Produkte ist nur nach vorheriger Absprache mit dem Moderator gestattet und darf keine kommerziellen Zwecke verfolgen.

Um sich für die Mailingliste anzumelden senden sie einfach eine leere E-Mail an
e-sehhilfen-subscribe@lists.bbsb.org.

Eine weitere Möglichkeit der Anmeldung und weitere Informationen gibt es unter:
https://lists.bbsb.org/listinfo/e-sehhilfen.
Ihr Ansprechpartner für Rückfragen ist Sebastian Eckardt, Referent für elektronische Hilfsmittel für sehbehinderte Menschen
Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB)
Arnulfstraße 22
80335 München

Private Anschrift:
Friedrichstraße 59
95444 Bayreuth
Telefon: 09 21 7 58 60 23
Mailto:sebastian.eckardt@bbsb.org
Web: www.bbsb.org